Abhandlnngen aus dem Gebiete der slaviscben Geschichte. IV.
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grosser Consequenz die slavisclie Politik durchgeführt, dass,
so oft dasselbe ein Nationalunglück betraf, die slavischen
Völker sich rührten und das Reich befehdeten. Allein das
deutsche Reich beruhte nicht auf Einer Stadt und deren Befestigung,
sondern auf dem Heerbanne aller deutschen Stämme,
lind jeder unterdrückte Aufstand der Besiegten hatte eine
Erweiterung der Reichslande zur Folge; der Kampf mit den
Slaven trug so wohl einen nationalen Charakter an sich, aber
die grossen Kämpfe der deutschen Geschichte entbehrten desselben
oder behaupteten doch neben demselben noch einen
hervorragend allgemeinen. Man darf das nicht übersehen,
die grossen Kämpfe der deutschen Geschichte besitzen mehr
oder minder einen allgemeinen Charakter. Der Kampf
des deutschen Kaiserthums mit dem Papstthume schliesst die
höchsten Ideen der früheren Jahrhunderte in sich; sein Inhalt
ist so reich, dass er ein bleibendes Interesse erregt, und seine
Resultate sind nach und nach allen Völkern zugekommen.
Nicht blos Deutschland, die abendländische Welt wird dadurch
eine andere. Was diese an Keimen in sich barg, wird durch
diese Stürme erst recht sichtbar. Alle bedeutenden Geister
betheiligen sich daran, sie sind das Gegenstück zu den Kreuzzügen,
und wie diese den Orient und den Occident in den
innersten Tiefen aufwühlen, wühlen jene die lebensvollsten
Nationen des Abendlandes auf und zeitigen Gebilde, an welche
diejenigen am wenigsten dachten, die diese Kämpfe hervorriefen.
Das deutsche Reich geht darüber in Trümmer, aber eine
Welt voll grosser Gedanken wurde dadurch gerettet.
Die romanischen Völker schaffen sich, jedes an seinem
Staate eine Welt im Kleinen. Die Franzosen bauen rastlos
Jahrhunderte lang an ihrer Monarchie; so oft sie darin gestört
werden, beginnen sie auf’s Neue. Der Engländer ruht nicht,
bis er nicht zum Inselkönigreiche auch einen Theil des Continentes
gefügt, dessen Besitz ihm einen Antheil an der Weltbewegung
verschafft. Der Aragonese baut sein Reich aus
sechs bis sieben Königreichen, welche die Küstenländer des
Mittelmeeres und die Inseln desselben umspannen, und der
Castilianer ruht nicht im Vorschübe vom Norden nach dem
Süden, bis Königreich für Königreich erobert, selbst auf der
Küste von Afrika das Kreuz aufgepflanzt und endlich alle