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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Abhandlnngen  aus  dem  Gebiete  der  slaviscben  Geschichte.  IV.

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grosser  Consequenz  die  slavisclie  Politik  durchgeführt,  dass,
so  oft  dasselbe  ein  Nationalunglück  betraf,  die  slavischen
Völker  sich  rührten  und  das  Reich  befehdeten.  Allein  das
deutsche  Reich  beruhte  nicht  auf  Einer  Stadt  und  deren  Befestigung, ­
  sondern  auf  dem  Heerbanne  aller  deutschen  Stämme,
lind  jeder  unterdrückte  Aufstand  der  Besiegten  hatte  eine
Erweiterung  der  Reichslande  zur  Folge;  der  Kampf  mit  den
Slaven  trug  so  wohl  einen  nationalen  Charakter  an  sich,  aber
die  grossen  Kämpfe  der  deutschen  Geschichte  entbehrten  desselben ­
  oder  behaupteten  doch  neben  demselben  noch  einen
hervorragend  allgemeinen.  Man  darf  das  nicht  übersehen,
die  grossen  Kämpfe  der  deutschen  Geschichte  besitzen  mehr
oder  minder  einen  allgemeinen  Charakter.  Der  Kampf
des  deutschen  Kaiserthums  mit  dem  Papstthume  schliesst  die
höchsten  Ideen  der  früheren  Jahrhunderte  in  sich;  sein  Inhalt
ist  so  reich,  dass  er  ein  bleibendes  Interesse  erregt,  und  seine
Resultate  sind  nach  und  nach  allen  Völkern  zugekommen.
Nicht  blos  Deutschland,  die  abendländische  Welt  wird  dadurch
eine  andere.  Was  diese  an  Keimen  in  sich  barg,  wird  durch
diese  Stürme  erst  recht  sichtbar.  Alle  bedeutenden  Geister
betheiligen  sich  daran,  sie  sind  das  Gegenstück  zu  den  Kreuzzügen, ­
  und  wie  diese  den  Orient  und  den  Occident  in  den
innersten  Tiefen  aufwühlen,  wühlen  jene  die  lebensvollsten
Nationen  des  Abendlandes  auf  und  zeitigen  Gebilde,  an  welche
diejenigen  am  wenigsten  dachten,  die  diese  Kämpfe  hervorriefen. ­
  Das  deutsche  Reich  geht  darüber  in  Trümmer,  aber  eine
Welt  voll  grosser  Gedanken  wurde  dadurch  gerettet.
Die  romanischen  Völker  schaffen  sich,  jedes  an  seinem
Staate  eine  Welt  im  Kleinen.  Die  Franzosen  bauen  rastlos
Jahrhunderte  lang  an  ihrer  Monarchie;  so  oft  sie  darin  gestört
werden,  beginnen  sie  auf’s  Neue.  Der  Engländer  ruht  nicht,
bis  er  nicht  zum  Inselkönigreiche  auch  einen  Theil  des  Continentes
  gefügt,  dessen  Besitz  ihm  einen  Antheil  an  der  Weltbewegung ­
  verschafft.  Der  Aragonese  baut  sein  Reich  aus
sechs  bis  sieben  Königreichen,  welche  die  Küstenländer  des
Mittelmeeres  und  die  Inseln  desselben  umspannen,  und  der
Castilianer  ruht  nicht  im  Vorschübe  vom  Norden  nach  dem
Süden,  bis  Königreich  für  Königreich  erobert,  selbst  auf  der
Küste  von  Afrika  das  Kreuz  aufgepflanzt  und  endlich  alle
            
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