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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  slavischen  Geschichte.  IV.

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bereit,  die  linke  Wange  darzubieten,  wenn  die  reckte  ein  Schlag
getroffen:  wer  wäre  so  verstockten  Gemütlies,  sich  darüber
nicht  herzlich  zu  freuen  und  den  Tag  der  Weltgeschichte  zu
lohen,  an  welchem  der  in  stiller  Nacht  verkündete  Friede
endlich  segenbringend  auf  die  blutige  Erde  niedersinkt?!
Es  ist  hier  nicht  der  Ort,  die  Bedeutung  der  Slavenapostel
  zu  bemessen.  Die  Frage  wurde  dadurch  verwirrt,  dass
man  die  Thätigkeit  deutscher  Missionäre  unter  den  Slaven
ebenso  zu  leugnen  oder  doch  zu  ignoriren  gewillt  war,  als  man
den  wohlthätigen  Einfluss  Roms  auf  die  Slaven  aus  der  Geschichte ­
  hinwegzunehmen  sich  bemühte,  um  an  dessen  Stelle
den  von  Constantinopel  —  der  Mutter  des  Schisma  —  zu
setzen,  und  womöglich  die  Brüder  von  Thessalonich  als  Vorläufer ­
  der  sogenannten  orthodoxen  Kirche  aufzufassen.  Die
Missionsthätigkeit  Cyrill’s  ist  jedenfalls  viel  geringer  als  die
seines  Bruders,  welche  eigentlich  erst  recht  hervortritt,  als  Cyrill
schon  in  San  Clemente  gestorben  war.  Und  wenn  man  böhmischerseits
  so  sehr  auf  den  Einfluss  Methud’s  hinweist,  so
sollte  man  sich  doch  erinnern,  dass  die  Angabe  des  späteren
Cosmas  von  der  Taufe  Herzog  Bofivoy’s  durch  Methud  an  einem
Widerspruche  leidet,  da  sie  doch  nicht  im  Jahre  894,  neun  Jahre
nach  dem  Tode  Methud’s  stattgefunden  haben  kann,  somit  ihre
Glaubwürdigkeit  bewiesen  werden  muss,  aber  um  so  weniger
unbedingt  angenommen  werden  kann,  als  ganz  sicher  ist,  dass
sich  die  Czechen  895  von  den  Mährern  trennten,  an  Deutschland ­
  und  das  Bisthum  Regensburg  anschlossen  und  somit  unter
den  Suffraganbisthümern  des  neuen  Erzbisthums  von  Mähren,
Böhmen  wohl  nicht  gemeint  gewesen  sein  kann.  Wie  gross
oder  wie  klein  man  sich  aber  den  Einfluss  der  sogenannten
Slavenapostel  auf  Böhmen  vorstellen  mag,  jedenfalls  ist  sicher,
dass  die  böhmischen  Herzoge  sich  selbst  desselben  entschlugen
und  im  Anschlüsse  an  Regensburg  ihr  Heil  suchten  und  fanden.
Nun  tritt  aber  noch  ein  anderer  sehr  wesentlicher  Punkt
hervor.  Es  fehlt  bei  den  Anfängen  der  slavischen  Geschichte  nicht
blos  der  Gesammtstaat,  wie  die  deutsche  Geschichte  einen  an  dem
merowingisch-karolingischen  Reiche  besitzt,  sondern  auch  an  einer
ähulichen  kirchlichen  Periode,  die  die  gesammte  Bildung  der
römisch-christlichen  Periode  in  sich  aufzunehmen  strebt,  wie
das  in  den  karolingischen  Klöstern,  Stiften  und  Schulen
            
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