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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Mittheilungen  aus  altdeutschen  Handschriften.  III.

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unseres  Doppelblattes  gelegen  war.  Das  Blatt,  welches  v.  Karajan
publicirte,  war  das  erste  einer  Lage  und  trug  am  unteren
Rande  die  Signatur  ,XXVHP.  Zwischen  dem  letzten  Verse  des
v.  Karajan’schen  Blattes  und  dem  ersten  der  Spalte  1  unsers
Fragmentes  fehlen  2250  Verse.  Rechnet  man  den  Anfang
unserer  ersten  Spalte  etwa  mit  14  Versen  ab,  so  erübrigen
2236  Verse.  Für  die  Spalte  46—48  Verse  angenommen,  füllt
diese  Anzahl  48  Spalten  =  12  Blätter,  v.  Karajan  vermuthet,
die  Handschrift  sei  in  Quinternionen  eingetheilt  gewesen,  wohl
mit  Recht.  Da  sein  Blatt  das  erste  eines  Quinternio  ist,  so  sind  für
diesen  noch  9  Blätter  =  36  Spalten  erforderlich.  Drei  Blätter
brauchen  wir  für  den  Anfang  des  nächsten  (XXIX.)  Quinternios,
dessen  viertes  Blatt  in  unserm  Fragmente  theilweise  erhalten
blieb:  9  -j-  3  =  12.  Das  alles  stimmt  vollkommen  und  die
Zusammengehörigkeit  der  Blätter  scheint  mir  sicher.  Einigermassen ­
  gewinnt  dabei  wohl  noch  die  andere  Vermuthung
v.  Karajans  an  Wahrscheinlichkeit,  dass  der  28.  Lage  auch
dieser  alten  Handschrift  auf  den  ersten  27  Lagen  das  der  Grösse
nach  entsprechende  Werk  des  steirischen  Reimchronisten  (wie
in  ein  paar  Handschriften  thatsächlich)  vorangegangen  sei;  von
Sicherheit  kann  natürlich,  wie  schon  Lorenz  (a.  a.  0.  S.  200,
Anm.)  hervorgehoben  hat,  nicht  die  Rede  sein.
Der  Werth  des  neuen  Fundes  liegt  meines  Erachtens
weniger  in  den  bessei’en  Lesarten,  obschon  einige  vorhanden
sind,  sondern  mehr  in  der  Beschaffenheit  der  sprachlichen  Gestalt.
Das  Stück  ist  uns  durchaus  in  späten  Handschriften  überliefert,
v.  Karajans  Fragment  und  das  neue  stehen  in  Zeit  und  Ort
wohl  dem  Autor  selbst  ganz  nahe.  Die  in  beiden  enthaltene
Lautbezeichnung  und  Formgebung  wird  daher  bei  der  Recension
des  Textes,  den  wir  in  den  Monumenta  Germanine  bald  erhalten
werden,  sehr  zu  berücksichtigen  sein.
Ich  bringe  das  Fragment  genau  zum  Abdruck;  die  Lücken
bezeichne  ich  nach  der  ungefähr  anzunehmenden  Zahl  der
Buchstaben  durch  Punkte,  Unsicheres  durch  cursive  Lettern.

1  Pez,  442 a
Si  soldn  in  allen  gazzen.
1  nur  die  unteren  Spitzen  der  Buchstaben  sind  sichtbar.
Sitzungsber.  d.  phil.-liist.  CI.  XCVII.  Bd.  III.  Hft.  50
            
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