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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Schönbach.

Darnach  ist  das  Blatt  schon  vorher  als  Umschlag  eines
Protokolles  gebraucht  worden,  was  die  vorgeschrittene  Zerstörung
noch  besser  erklärt.
Es  ist  der  untere,  zwei  Drittel  des  Ganzen  umfassende
Theil  eines  nach  dem  Lineal  durchschnittenen  Doppelblattes,
das  mit  abgesetzten  Versen  in  zwei  Spalten  zu  je  46—48
Zeilen  beschrieben  war.  Die  zweite  Zeile  jedes  Reimpaares
ist  eingerückt,  ihr  erster  Buchstabe,  obzwar  ebenfalls  Majuskel,
ist  etwas  kleiner  als  der  die  erste  Zeile  beginnende,  beide  sind
roth  durchstrichen.  Ebenso  sind  im  Innern  der  Verse  die  Anfangsbuchstaben ­
  einzelner  Worte  (wie  Soldan,  Christen)  roth  durchstächen; ­
  Abschnitte  beginnen  mit  grossen  rothen  Initialen.  Die
deutliche  und  schöne  Schrift  gehört  in  die  ersten  Decennien
des  XIV.  Jahrhunderts.
Das  Erhaltene  ist  ein  Stück  des  Gedichtes  über  die  Zerstörung ­
  von  Accon  (1291),  welches  in  einigen  späten  Handschriften ­
  des  steirischen  Reimchronisten  eingeschaltet  sich  findet,
aber  auch  als  selbstständige  Dichtung  an  etlichen  Orten  überliefert ­
  wurde.  Vgl.  Lorenz,  Deutschlands  Geschichtsquellen  im
Mittelalter,  2.  Auf!.,  S.  200.  Ich  habe  die  Fragmente  nicht
gesehen,  welche  Th.  v.  Karajan  im  65.  Bande  der  Sitzungsberichte ­
  S.  565—576  veröffentlicht  hat,  aber  nach  der  dort
gegebenen  Beschreibung  derselben,  auch  aus  Kärnten  stammenden, ­
  ist  es  mir  wenig  zweifelhaft,  dass  v.  Karajans  und  die
neuen  Fragmente  derselben  Handschrift  angehörten.  Noch
wegen  eines  anderen  Umstandes.
Zwischen  der  4.  und  5.  Spalte  der  neuen  Fragmente
liegen  etwa  370  Verse.  Die  Zahl  ist  nach  den  Abdrücken
von  Pez,  Script.  Rer.  Austr.  III,  443 l! —446 b ,  oder  Eccard,  Corpus
Hist.  Med.  Aevi  II.  1543—1548  gerechnet  dieselbe.  46  bis
48  Zeilen  für  die  Spalte  angenommen,  etwa  15  Verse  für  das
fehlende  Drittel  der  Spalte  5  abgezogen,  erübrigen  8  Spalten.
Dabei  ist  freilich  noch  ein  kleiner  Ueberschuss,  aber  der  erklärt
sich  dadurch,  dass  mehrmals  (z.  B.  in  den  neuen  Fragmenten
3,  15.  16.  4,  1.,  auch  in  v.  Karajans  Fragment  vgl.  Lambel,
Germania  17,  366  f.)  zwei  Verse  in  eine  Zeile  geschrieben
waren;  vielleicht  hatte  auch  unsere  Handschrift  wirklich  ein
paar  Verse  mehr  als  die  bekannte  Ueberlieferung.  8  Spalten
geben  ein  Doppelblatt,  welches  also  zwischen  den  beiden  Blättern
            
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