Zur Kritik und Würdigung der Passio sanctorum quatuor coronatorum.
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Absolutes Particip im Nominativ: 329, 21 haec autem inter se
altercantes, multi ex artificibus quadratariis audientes eos crediderunt.
Ueber diese spätlateinische Construction vergleiche man
Halm’s Index zu Victor von Vita und meine Bemerkungen
in den Sitzungsber. d. Akad., phil.-hist. CL, XCIII. Band,
S. 371 ff. — Absoluter Ablativ anstatt des attributiven Participiums:
328, 22 facto eo secundum ecclesiasticam consuetudinem
catecumino baptizauit eum; 336, 11 quibus intromissis sic
eos adgreditur dicens. Vict. Vit. I, 9: congregatis in circuitu
castrorum innumerabilibus turbis, gladiis feralibus cruciabant.
Vgl. Rönsch S. 450. -— E. In rein stilistischer Hinsicht
fallen dem Leser zunächst wohl die vielen Unterwürfigkeitsformeln
auf, deren sich die Untergebenen dem Kaiser gegenüber
bedienen; z. B. 331, 3 magnum consilium praecepti uestri
et mansuetudinis; 332, 2 sciat mansuetudo tua. Es bedarf
nur eines Hinweises auf die Titulaturen in den Sammlungen
der kaiserlichen Gesetze und Verordnungen, wie im Codex
Theodosianus, um das echte Gepräge dieser Wendungen sofort
erkennen zu lassen. Sonst wären noch die zahlreichen Pleonasmen
bemerkenswert, welche zumeist eine vulgäre Sprechweise
verrathen; vgl. 326, 28 nescis quia et Solem quem nos per sculpturam
artis fecimus et ipse. nihil est; 328, 15 modo tantum
fideliter crede (wo man modo schwerlich = nunc fassen kann).
Viermal ist coepisse pleonastisch gesetzt: 324, 13 coeperunt artis
huius delimare sermonem, d. i. delimauerunt; 325, 16 coepit
in eodem loco sacrificiis et unguentis et odoribus laetari, d. i. laetatus
est; vgl. 326, 14; 328, 1. Dieselbe Verwendung von
coepisse findet sich häufig bei Victor von Vita; vgl. I, 18; II,
1, 5, 19, 20, 32, 54; III, 35, 55. Dem Bibellatein entnommen
ist desiderio desideraui 327, 19; vgl. Vulgata Luc. 22, 15.
Die vorstehenden Erörterungen umfassen weitaus den
grössten Theil dessen, was die Passio an sprachlichen Eigenthümlichkeiten
darbietet. Der übrig bleibende geringe Rest
kann zur Feststellung der Abfassungszeit nichts beitragen und
repräsentirt nur die Summe dessen, was der Individualität
ihres Verfassers zu Gute gehalten werden muss. Jeder Schriftsteller
hat gewisse Besonderheiten des Stiles und der Sprache,
die sich bei keinem anderen wiederfinden; er hat deren vielleicht
um so mehr, je niedriger sein Bildungsgrad ist. Wenn