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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Zur  Kritik  und  Würdigung  der  Passio  sanctorum  quatuor  coronatorum.

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Absolutes  Particip  im  Nominativ:  329,  21  haec  autem  inter  se
altercantes,  multi  ex  artificibus  quadratariis  audientes  eos  crediderunt.
  Ueber  diese  spätlateinische  Construction  vergleiche  man
Halm’s  Index  zu  Victor  von  Vita  und  meine  Bemerkungen
in  den  Sitzungsber.  d.  Akad.,  phil.-hist.  CL,  XCIII.  Band,
S.  371  ff.  —  Absoluter  Ablativ  anstatt  des  attributiven  Participiums:
  328,  22  facto  eo  secundum  ecclesiasticam  consuetudinem
  catecumino  baptizauit  eum;  336,  11  quibus  intromissis  sic
eos  adgreditur  dicens.  Vict.  Vit.  I,  9:  congregatis  in  circuitu
castrorum  innumerabilibus  turbis,  gladiis  feralibus  cruciabant.
Vgl.  Rönsch  S.  450.  -—  E.  In  rein  stilistischer  Hinsicht
fallen  dem  Leser  zunächst  wohl  die  vielen  Unterwürfigkeitsformeln ­
  auf,  deren  sich  die  Untergebenen  dem  Kaiser  gegenüber ­
  bedienen;  z.  B.  331,  3  magnum  consilium  praecepti  uestri
et  mansuetudinis;  332,  2  sciat  mansuetudo  tua.  Es  bedarf
nur  eines  Hinweises  auf  die  Titulaturen  in  den  Sammlungen
der  kaiserlichen  Gesetze  und  Verordnungen,  wie  im  Codex
Theodosianus,  um  das  echte  Gepräge  dieser  Wendungen  sofort
erkennen  zu  lassen.  Sonst  wären  noch  die  zahlreichen  Pleonasmen ­
  bemerkenswert,  welche  zumeist  eine  vulgäre  Sprechweise
verrathen;  vgl.  326,  28  nescis  quia  et  Solem  quem  nos  per  sculpturam
  artis  fecimus  et  ipse.  nihil  est;  328,  15  modo  tantum
fideliter  crede  (wo  man  modo  schwerlich  =  nunc  fassen  kann).
Viermal  ist  coepisse  pleonastisch  gesetzt:  324,  13  coeperunt  artis
huius  delimare  sermonem,  d.  i.  delimauerunt;  325,  16  coepit
in  eodem  loco  sacrificiis  et  unguentis  et  odoribus  laetari,  d.  i.  laetatus
  est;  vgl.  326,  14;  328,  1.  Dieselbe  Verwendung  von
coepisse  findet  sich  häufig  bei  Victor  von  Vita;  vgl.  I,  18;  II,
1,  5,  19,  20,  32,  54;  III,  35,  55.  Dem  Bibellatein  entnommen
ist  desiderio  desideraui  327,  19;  vgl.  Vulgata  Luc.  22,  15.
Die  vorstehenden  Erörterungen  umfassen  weitaus  den
grössten  Theil  dessen,  was  die  Passio  an  sprachlichen  Eigenthümlichkeiten
  darbietet.  Der  übrig  bleibende  geringe  Rest
kann  zur  Feststellung  der  Abfassungszeit  nichts  beitragen  und
repräsentirt  nur  die  Summe  dessen,  was  der  Individualität
ihres  Verfassers  zu  Gute  gehalten  werden  muss.  Jeder  Schriftsteller ­
  hat  gewisse  Besonderheiten  des  Stiles  und  der  Sprache,
die  sich  bei  keinem  anderen  wiederfinden;  er  hat  deren  vielleicht ­
  um  so  mehr,  je  niedriger  sein  Bildungsgrad  ist.  Wenn
            
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