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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Petschenig.

allerdings  cum  uenissent,  aber  in  der  späten  Latinität  wird
das  attributive  Participium  praesentis  überaus  häufig  auch  zur
Bezeichnung  der  Vorzeitigkeit  verwendet.  Vgl.  z.  B.  Vict.
Vit.  III,  32:  quia  ueniens  Carthaginem  sese  pro  defensione
ecclesiarum  catholicarum  uenisse  iactabat;  noch  auffallender
I,  2,  wo  es  absolut  steht:  transiens  igitur  quantitas  uniuersa
calliditate  Geiserici  ducis,  ilico  statuit  (Geisericus)  omnern  midtitudinem
  immerari.  —  S.  326,  18  quia  numquam  frangebantur
argumenta  ferramentorum  suorum.  Gemeint  kann  nur  die  Schneide
der  Meissei  und  anderer  Werkzeuge  sein,  deren  sich  die  Steinmetzen ­
  bedienen;  aber  der  Ausdruck  argumenta  ist  räthselhaft.
  Die  Schreibung  acumina,  wie  sie  die  zweite  Hand  des
Bernensis  bietet,  liefert  eine  dem  Sinne  nach  richtige  Correctur,
  und  die  Entstehung  von  arguihta  aus  acumina  ist  auch
paläographisch  nicht  unwahrscheinlich.  Indessen  ist  auch  die
Möglichkeit  nicht  ausgeschlossen,  dass  ursprünglich  acumenta
überliefert  war;  man  vergleiche  die  vielen  Bildungen  auf  mentum
  =  men  bei  ßönsch  S.  22  ff.  Eine  sichere  Entscheidung
kann  um  so  weniger  getroffen  werden,  da  argumenta  sich
vielleicht  aus  dem  italienischen  argomenti  ,Werkzeuge,  Geräthe'
erklären  lassen  wird.  -—  Ob  S.  326,  22  confortatus  est  statt
confortauit  richtig  ist,  bleibt  gleichfalls  fraglich.  Ich  begnüge
mich,  auf  die  zahlreichen  Beispiele  des  Uebei’ganges  aus  dem
Activum  in  das  Deponens,  welche  Rönsch  S.  302  f.  aus  der
Itala  anführt,  zu  verweisen.
S.  327,  12  ff.  An  dieser  Stelle  ist  der  Text  von  B  vortrefflich, ­
  eben  so  einfach  als  klar  und  verständlich:  Respondit
Simplicius  dicens:  ,Nescio  quam  precationem  occulte  agitis.  Sed
quaeso  uos  declarate  mihi  hanc  precationem  dei  uestri,  ut  et  rnea
uobiscum  fruamini  amicitia/  Die  precatio,  welche  die  Genossen
des  Simplicius  im  Geheimen  üben,  ist  die  mehrfach  betonte
Anrufung  des  Namens  Christi;  dieses  Gebet  will  Simplicius
kennen  lernen  und  so  von  seinen  Genossen  ganz  in  ihre
Freundschaft  aufgenommen  werden.  —  S.  327,  17  steht  in
indirecter  Frage  in  B  der  Indicativ  operatus  sum.  Damit
vgl.  man  326,  25  nesciens  quid  loqueris,  327,  8  ut  dicas  mihi,
quis  est  iste  deus.  Der  Gebrauch  des  Indicativs  in  indirecten
Fragesätzen  ist  im  späten  Latein  überaus  häufig,  namentlich
auch  in  der  Itala;  vgl.  Rönsch  S.  428  f.
            
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