Zur Kritik und Würdigung der Passio sanctorum quatuor coronatorum.
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novrina et rel. 9 (litt, maior.) amen, explicit passio sanctorum
martyrum symproniani • claudii • nicostrati ■ castorii ■ et simplieii
et aliorum martyrum.
Unter den zahlreichen Varianten der Berner Handschrift
ist zunächst die Schreibung sim(sym-)pronianus bemerkenswert.
Schon der Chronograph vom Jahre 354 hat die Namensform
Semproniani. 1 Dass Simpronianus nichts Anderes ist als
die vulgäre Nebenform von Sempronianus, lässt sich leicht
erweisen. Schuchardt führt in seinem Werke ,Der Vocalismus
des Vulgärlateins', I. Band, S. 340, die Formen Simproniae
und Simpronia aus zwei Inschriften an und fährt dann
S. 341 fort: ,Diese Schreibung wurde später ganz allgemein;
Simpronius wird ein Bischof von Arcavica im 7. Jahrh. n. Chr.
genannt; Sympronianus ist die regelmässige Schreibweise in
den Briefen des S. Pacianus; Simproniana Ortsname in einer
spanischen Urkunde von 780 n. Chr.; Sinprinianum in einer
sehr späten Inschrift von Anagnia. Der mons Sempronianus
heisst heute Simplon. 1 Was Schuchardt hier bemerkt, ist im
Ganzen richtig; einer Correctur bedarf nur das über die Handschriften
des Pacianus Gesagte. Der Reginensis 331 saec. X
des Pacianus schreibt nämlich simpronianus, nicht sympronianus;
vgl. Reifferscheid, Bibi. patr. lat. ital. I, S. 391. Somit ist als
die richtige Namensform in der Passio Simpronianus herzustellen,
2 und ebenso nach B überall Diocletianus für Dioclitianus
zu schreiben.
S. 324, 1 ff. Der Anfang der Passio lautet nach B:
Tempore quo Diocletianus Augustus perrexit Pannoniis ad metalla
diuersa sua praesentia de montibus abscidenda, factum est, dum
omnes artifices metallicos congregaret, inuenit int er eos magnae
peritiae artis inbutos ltomines. Bei Wattenbach steht nach
’ Vgl. Biidinger, Chronologische Bemerkungen, S. 359.
2 Auch De Rossi (I santi quattro coronati e la loro chiesa sul Celio, ßulletino
di archeologia crist. 1879, fase. II, p. 33) bemerkt: Sempronianus,
Simpronianus e la vera forma del nome. — Die vortreffliche Abhandlung
des berühmten Archäologen, die ich kurz vor dem Drucke dieses Aufsatzes
kennen lernte, bietet zu vielen streitigen Punkten ein reiches Material
und zeigt unsere Passio in ganz neuer und vortheilhafter Beleuchtung.
De Rossi stellt auch eine Textausgabe auf umfassender handschriftlicher
Grundlage in Aussicht.