Zu den Persiue-Scholien.
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Persius wir übrigens gewiss am wenigsten schmälern wollen, 1
in der Scholienfrage doch etwas zu summarisches Verfahren. 2
Dass dabei, auch wo es sich selbst etwa hie und da um ein
gewisses eklektisches Verfahren handeln würde, dasselbe in
einem solchen Falle auch nach den Regeln der neueren Kritik
nicht immer zu verwerfen wäre, liegt auf der Hand, da bei
diesen so häufig nur zwischen den Zeilen und am Rande geschriebenen,
so vielen Zufälligkeiten unterworfenen und in
manchen Hss. so frühe schon immer mehr erweiterten und
versetzten Scholien die Sache mehrfach anders liegt, als selbst
in den schwierigsten oder eigenthümlichsten Fällen der Ueberlieferung
eines Autorentextes, obschon gerade auch für den
Text des Persius selbst in neuerer Zeit wiederholt hervorgehoben
wurde, dass es auch da unmöglich sei, einen Codex
zu ermitteln, der als Fundament der Texteskritik hingestellt
werden könnte. 3
Durch eine Bemerkung über die frühe Erweiterung dieser
Scholien sind wir hier nun naturgemäss auch zum zweiten
Theile übergeleitet. Wir haben in dem zweiten Theile unseres
Codex, der als ,aliud commentum' dem ,Cornutus‘ gegenübergestellt
ist und der nach einer Reihe von Anzeichen eine
ähnliche Erweiterung bietet, wie der von Jahn nur kurz eingesehene
Laur. (13. Jahrhundert), die gewiss interessante Entdeckung
gemacht, dass fast alle jene auffallenderen Stellen, in
denen nach den bisherigen Mittheilungen Prag, nur mit Voss,
stimmt und die so gerne durch Zugabe von Citaten und ausführlichere
Uebereinstimmung mit Servius, Solinus, Isidor,
' Vgl. in neuester Zeit auch die verdiente warme Anerkennung der Leistungen
für den Text des Persius bei Bücheier Phil. Krit. p. 7.
2 Vgl. z. B. Ed. mai. p. CLXII unde factum est, ut liodieque in diuersis
codicibus non plane iidem exstent hi commentarii .... Sed ea omnia
in tali scriptore parui momenti sunt. p. CLXIV uel sermone paullum
immutato proferuntur, ita tarnen ut ad summam rem ea nullius momenti
sint.
3 Vgl. Jahn Ed. mai. p. CXCIII. Ed. min. p. 5. Göbel Phil. XV, 130.
Teuffel Einl. zur Uebers. p. 51 (= Studien u. Char. p. 396 ff.) u. dgl.
Dagegen jedoch hier bekanntlich K. E. Hermann, der gerade das Zeugniss
der Scholien als Häuptgrundlage der Textesgestaltung des Persius
betrachtete, vgl. Anal. p. 19, Ausg\ des Persius praef. p. 12.
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