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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Zingerle.

sei.  Wenn  sich  dadurch  schon  Manches  wieder  mehr  geklärt
hat,  Manches  aber  noch  immer  besserer  Aufklärung  harrt,  und
eine  solche  bei  fortgesetztem  Zusammenwirken  in  mehreren
Punkten  durchaus  nicht  zu  den  Unmöglichkeiten  und,  ob  wir
schon  diese  Scholien  nicht  überschätzen,  doch  nicht  zum  Unnützen ­
  gehören  dürfte,  da,  nachdem  der  Abdruck  derselben
doch  auch  in  neuerer  Zeit  noch  für  passend  erachtet  wird,
Beiträge  für  die  Beurtheilung  der  Ueberlieferung  und  die  Herstellung ­
  des  Textes  nicht  unnütz  sein  können,  so  ist  es  wohl
verzeihlich,  wenn  man  auf  diesem  Gebiete,  wie  die  genannten
Gelehrten,  von  der  Ansicht  Bernhardjs,  der  in  einer  etwas
flüchtigen  Zeile  seiner  sonst  so  verdienstlichen  Literaturgeschichte ­
  einmal  schon  vor  Jahren  diese  Scholien  fast  über
Gebühr  erörtert  glaubte, 1  abweicht  und  noch  durch  einige
neue  Mittheilungen  mit  gleichzeitiger  Förderung  der  Uebersicht
der  gegenseitigen  Verhältnisse  des  bisherigen  Materials,  die
jetzt  mehrfach  recht  wünschenswerth  geworden  ist,  für  die
betreffende  Partie  in  einer  künftigen  neuen  Ausgabe  einen
kleinen  Beitrag  zu  liefern  sich  anschickt.  Eher  könnte  man
vielleicht  eine  Entschuldigung  erwarten,  wenn  solche  Mittheilungen ­
  auf  eine  junge  Handschrift  sich  beziehen,  aber  auch
diese  Entschuldigung  dürfte  unnöthig  sein,  wenn  sich,  wie  ich
hoffe,  diese  Handschrift  im  Verlaufe  der  Untersuchung  von
selbst  als  zu  jener  Gattung  jüngerer  Exemplare  gehörend  darstellen ­
  wird,  die  auch  nach  den  Regeln  der  neueren  Kritik
noch  wohl  beachtenswerth  sind. 2
Die  Handschrift,  von  der  ich  spreche,  traf  ich  in  der
einst  schon  von  meinem  hochverehrten  Lehrer  Regierungsrath
Prof.  Dr.  K.  Schenkt  zur  gelegentlichen  Einsicht  empfohlenen
Bibliothek  des  Benediktinerstiftes  Fiecht  (früher  Georgenberg)
im  Unterinnthale,  wo  sie  nach  der  alten  Eintheilung  mit  der
Signatur  IV,  171  bezeichnet  ist; 3  sie  wurde  nach  einer  Auf-1

  Köm.  Lit. 5  p.  643.
2  Vgl.  darüber  gerade  mit  Rücksicht  auf  imser  Gebiet  bereits  C.  F.  Hermann ­
  II,  3.
3  Gegenwärtig  ist  vom  Herrn  Prälaten  Albert  Wildauer,  einem  eifrigen
Freunde  der  Wissenschaft,  dem  ich  hier  noch  meinen  Dank  abstatteu
muss,  eine  nothwendig  gewordene  neue  Ordnung  der  Bibi,  in  Angriff
genommen.
            
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