Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  neuentdeckten  Inschriften  über  Cyrus.

721

Xenophon  wahrscheinlich  richtig  von  Lydien  aus  geschehen
lässt, 1  darf  man  hieraus  keinen  Schluss  ziehen. 2  Sachlich
erheben  sich  auch,  wie  es  scheint  gleichzeitig  am  14.  des
Monats,  die  Bewohner  der  nördlich  gelegenen  Landestheile
Akkad;  ,die  Krieger  besetzten  ohne  Kampf'  die  etwa  zwölf
Meilen  nordwestlich  von  Babylon  gelegene  Stadt  Sipar,  jetzt
Sefeirah.  ,Nabonedus  floh;  am  16.  Duz  stieg  Ugbaru  (Gobryas),
Statthalter  des  Landes  Gutium  (d.  h.  Kurdistan) 3  mit  Cyrus’
Armee  ohne  Gefecht  nach  Babylon  hinab,  hierauf  nahm  er  Nabonedus,
  nachdem  er  ihn  gebunden  hatte,  nach  Babylon.'
Aus  dieser  Erzählung,  in  welcher  der  Mitwirkung  des
Statthalters  der  Guti  oder  Kurden  gedacht  ist,  welche  nun  in
ihrem  nördlich  wohnenden  Theile  zu  Medien  wie  früher  ganz
zu  Assyrien  gehörten,  werden  sich  zunächst  die  Schlussworte
in  Nebukadnezar’s  Weissagung  1  erklären:  ,mit  ihm  (dem  Perser)
zusammen  (gegen  Euch  Chaldäer)  wird  der  Meder  wirken,
Assyriens  Stolz'.  Für  die  Erklärung  des  letztem  Beisatzes
wird  die  freilich  besonders  für  Xenophons  eigene  Quellenbenutzung ­
  erhebliche  Thatsache  auch  zu  erwägen  sein,  dass
Gobryas  in  der  Cyropädie  als  überaus  mächtiger  assyrischer
Grosser 5  erscheint,  der  auch  nach  dem  Uebertritte  zu  Cyrus
im  Besitze  seines  Fürstenthums  und  seiner  herrlichen  Burg
verbleibt,  Treue  hält  und  nur  Rache  an  dem  schlechten  Könige
von  Babylon  ersehnt,  der  ihm  den  einzigen  Sohn  gemordet
hat.  Nabouedus’  Gefangennahme  durch  Gobryas  wird  aber  von
Xenophon  in  einer  die  Inschrift  vielleicht  ergänzenden  Weise
erzählt,  indem  der  babylonische  König  von  Gadatas  und  Gobryas ­
  mit  ihren  zahlreichen  Leuten  mit  gezogenem  Säbel  getroffen ­
  und  unter  Niedermachung  seines  Gefolges  bewältigt
wird. 6  Eine  Erhebung  von  ,Guti'  am  Ende  dieses  Monats

1  Krösus’  Sturz  S.  208  flg.
2  Pinehes  bemerkt  richtig:  the  line  of  operations  of  Cyrus  musst  have  been
very  long.  S.  148.
3  Sir  Henry  Rawlinson  (Journal  R.  A.  S.  XII,  7S.)  beweist,  dass  die  Guti
mit  den  Kurden  identisch  sind.
4  Vgl.  oben  S.  716,  Anm.  4.
5  ’Aooüpio?  rrpcaßunjs  IV.  6  und  sonst  V,  2.
0  tov  ßctotWa  .  .  .  lorrj'/.o'ra  .  .  .  zal  sarcaapivov  rjorj  ov  sij(£v  äzivctxrjv  £üpiazouaiv.
  za:  toütov  piv  6:  ouv  laoara  v.a:  Porßpua  TzoXkoX  e^Etpouvro  xai  oi  auv
Sitznngsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCVII.  Bd.  III.  Hft.  46
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.