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B ü d i n g e r.
sich ueben Cyrus dem Eroberer nicht habe behaupten können.
Wenn Darius aber in der Behistan-Inschrift, Columne I, §. 4
am Schlüsse, sagt, das Königthum, das er als neunter Achämenide
besitze, habe seine Familie in zwei Zweigen oder Abtheilungen
1 bekleidet, so bleibt das ja auch bei der Zählung
nach der herodoteischen Stammtafel wahr, da Darius auf alle
Fälle einer andern Linie angehört, die sich eben nur auch
von Teispes ableitet — wie ich mit der Stammtafel meine: dem
Zweiten.
Die Stammtafel gestaltet sich daher vervollständigt nach
meiner Ansicht folgendermassen, indem ich die Namen der
urkundlich gesicherten Könige mit fetter, die der früheren mit
gesperrter Schrift gebe. Achäinenes’ Namen glaube ich zu
diesen früheren Königen nicht zählen zu können und gebe
ihn daher mit gewöhnlicher Schrift, da er allem Anscheine
nach nicht der wirkliche Ahnherr, sondern der mythische
Heros Eponymos der Achämeniden ist. 2 In dem persischen
Texte der Behistan-Inschrift, der wohl für diese Frage besonders
ins Gewicht fällt, heisst er ,der Vater Hakamanish',
ohne dass, wie bei Darius’ vorhergehenden Ahnen, gesagt
würde, dass er des zuletzt genannten Teispes (Ariaramnes
Vaters) Vater sei; vorher aber nennt sich Darius: Hystaspes’
Sohn, Arsames’ Enkel, ,Achämenide‘; nachher sagt er: ,desshalb
wurden wir Achämeniden genannt'. 3
1 Oppert Medes 163, Sir H. Rawl. 1. 1. 74, George Ruwlinson Herodotus 1
II, 491.
2 In der erwünschtesten Weise werden nun, da Cyrus' gleichnamiger Grossvater
gesichert ist, die ,müssigen Vermutliungen 1 entbehrlich, die ich
(Ausgang S. 484, Zeile 11 von unten) wegen der Thatsache zu äussern
mich scheute, dass in der Behistan-Iusclirift die drei Almen zwischen
dem zweiten Teispes — dem ersten Könige unter Darius’ Vorfahren und
desshalb genannt — und Acliämenes fehlen; den Letzteren musste ich
damals irrig noch für einen wirklichen König halten, obwohl sich doch
eigentlich schon Cyrus selbst in der Murghäb-Inschrift ,Ich Cyrus König
Achämenide“ über die Natur der Ahnen so deutlich äussert, wie ein
spartanischer König, der sich für einen Herakliden erklärt.
3 Columne I, §. 2, u. 6: pita Hakamanish; §. 1, n. 8 und §. 3, u. 2:
Hakhamanishiya.