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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Ffizmaier.

kein  einziges  wird  gekannt.  Man  legt  das  Vollkommene  der
Panzer  und  Angriffswaffen  in  Reihen  u.  s.  f.  Als  es  an  der
Zeit  war,  nach  dem  Verbrechen  zu  fragen,  legte  man  diese
Tafel  unter  die  Sachen  Yung’s.
Man  brachte  alles  an  dem  Hofe  zu  Ohren.  Der  Kaiser
sprach:  Sollte  es  in  der  Welt  dergleichen  geben  ?  —  Er  setzte
hierauf  Sieu  ab,  machte  ihn  zum  gemeinen  Menschen  und
hielt  ihn  in  der  verschlossenen  Abtheilung  des  Aufwartenden
des  Inneren  gefangen.  Sieu  durfte  Gattin  und  Kinder  nicht
sehen.  Man  gewährte  ihm  jetzt  zwei  Sclavinnen  und  brachte
in  Hast  Verwickelungen  zuwege.  Die  Angeklagten  waren
über  Hundert  an  der  Zahl.
Als  Sieu  gefangen  gesetzt  war,  wusste  er  in  seiner  Bedrängniss
  und  voll  Unwillen  nicht,  was  er  thun  solle.  Er
reichte  eine  Denkschrift  empor,  in  welcher  er  sagte:  ,Ich,  der
Diener,  in  meiner  vielen  Beglückung  setzte  fort  die  segensreichen ­
  kaiserlichen  Aeste,  nahm  in  Empfang  das  Wohlwollen
des  Himmels,  die  erschöpfte  Auferziehung.  Durch  neun  Jahre
ehrenreich  und  vornehm,  kannte  ich  nur  Reichthum  und  Freude,
ich  empfand  noch  niemals  Kummer  und  Furcht.  Leichthin
eigenwillig  in  dem  Herzen  des  Unverstandes,  versank  ich  in
dieses  Netz  der  Strafe.  Ich  verlasse  mich  auf  die  Anhöhen
des  tiefen  Gebirges,  habe  Freude  an  den  neun  Quellen. 1  Ich
meine  nicht  die  Gnade  des  Himmels,  ich  schätze  die  Darleihung ­
  des  noch  übrigen  Durchsickerns.  Da  es  so  wie  jetzt
gekommen  ist,  weiss  ich  eben,  dass  man  dem  Herzen  der  Unwissenheit ­
  nicht  Freiheit  lassen  kann,  dass  man  die  Gesetze
des  Reiches  nicht  übertreten  kann.  Ich  lege  die  Hand  auf
die  Brust,  bedenke  die  Schuld/
,Seit  neulich  ward  nichts  erreicht.  Ich  hoffe  noch  immer,
mein  Loos  werde  sein,  den  höchsten  Befehl  auf  dem  Rücken
zu  tragen,  dem  Beginne  des  Wohlwollens  ein  wenig  zu  entsprechen. ­
  Nur  weil  die  reingeistigen  Erdgötter  nicht  Hilfe
leisten,  sind  Segen  und  Glück  zergangen  und  zu  Ende.  Mann
und  Weib  hielten  in  den  Armen  ein  Sehnen,  sie  überwanden
sich  nicht,  um  es  vorzubringen.  Ich  fürchte  bloss,  dass  ich
für  die  Dauer  Lebewohl  sagen  werde  dem  glänzenden  Ge-1

  .Die  neun  Quellen  sind  die  Unterwelt.
            
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