Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

tu

Darlegungen  aus  der  Geschichte  des  Hauses  Sui.

693

Der  Kaiser  sah  ihn,  aber  sprach  nicht  mit  ihm.  Den  nächsten
Tag  liess  er  ihn  durch  einen  Abgesandten  scharf  zur  Rede
stellen.  Sieu  entschuldigte  sich,  indem  er  sagte:  Ich  trug  zu
meiner  Beschämung  die  Gnade  des  Reiches,  trat  aus  und  blickte
auf  Gehäge  und  Berghöhen  herab.  Ich  war  nicht  fähig,  das
Gesetz  in  Empfang  zu  nehmen.  Dieses  Verbrechen  verdient
zehntausendfachen  Tod.  —  Der  kaiserliche  grosse  Sohn  und  die
Könige  brachten  unter  Thränen  diese  Entschuldigung  zu  Ohren.
Der  Kaiser  sprach:  Vor  Kurzem  vergeudete  der  König
von  Thsin  Werthgegenstände.  Ich  belehrte  ihn  vermittelst  der
Wege  des  Vaters.  Jetzt  schädigt  Sieu  wie  ein  Holzwurm  das
geborene  Volk.  Ich  weise  ihn  vermittelst  der  Wege  des  Gebieters ­
  zurecht.  —  Hiermit  übergab  er  ihn  den  Bewahrern  des
Gesetzes.
JH  $1  Khing-tsching,  Angestellter  des  eröffnenden  Sammelhauses, ­
  machte  Vorstellungen  und  sagte:  Der  gemeine  Mensch
Yung  ist  bereits  abgesetzt,  der  König  von  Thsin  ist  gestorben.
Kinder  und  Söhne  desjenigen^  vor  dem  ich  unter  den  Stufen
stehe,  sind  nicht  viele  vorhanden.  Wie  kann  man  es  so  weit
kommen  lassen?  Doch  der  König  von  Schö  ist  von  Gemüthsart
  sehr  empfindlich.  Wenn  man  ihn  ernstlich  zur  Rede  stellt,
ist  zu  fürchten,  dass  er  sich  nicht  unversehrt  erhalten  wird.
Der  Kaiser  war  sehr  zornig  und  wollte  Khing-tsching
die  Zunge  abschneiden  lassen.  Hierauf  sagte  er  zu  den  versammelten ­
  Dienern:  Man  soll  Sieu  auf  dem  Markte  enthaupten
und  sich  dadurch  vor  den  hundert  Geschlechtern  entschuldigen.
—  Er  befahl  jetzt  Yang-su,  ^  ^  Su-wei,  Zjii  ^  Nieu-hung,
m  st  Lieu-schö  und  Anderen,  Sieu  zu  richten.
Der  grosse  Sohn  verfertigte  hierauf  eine  Bildsäule,  schrieb
auf  sie  Geschlechts-  lind  Jünglingsnamen  des  Kaisers  und  des
Königs  von  Han,  1  band  ihr  die  Hände,  schlug  ihr  einen  Nagel
durch  das  Herz  und  hiess  Menschen  sie  an  dem  Fusse  des
blumigen  Berges  vergraben.  Er  hiess  dann  Yang-su  sie  hervorholen. ­
  Ferner  verfertigte  er  eine  schuhlange  Tafel  mit  der
Aufschrift:  Ungehorsame  Diener,  verderbliche  Söhne  spielen
ausschliesslich  mit  der  Handhabe  der  Macht.  Derjenige,  vor
dem  man  unter  den  Stufen  steht,  bewahrt  nur  leere  Geräthe,
1  Der  König  von  Han  ist  Liang.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.