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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Pfizmaier.

Gefallen.  Sie  erlangte  dadurch  die  Beglückung-.  Die  Kaiserin
erspähte  den  Augenblick,  wo  der  Kaiser  an  dem  Hofe  Gehör
gab,  und  tödtete  sie  heimlich.
Der  Kaiser  gerieth  darüber  in  grossen  Zorn.  Er  ritt  ohne
Begleiter  aus  dem  Thiergarten  und  drang,  ohne  die  Wege  zu
benützen,  zwanzig  Li  weit  in  die  Gebirgsthäler.  ^  |1J|  Kaoying
  und  ^  ^  Yang-su  setzten  ihm  nach  und  erreichten  ihn.
Sie  schlugen  nach  dem  Pferde  und  machten  mühevoll  Vorstellungen. ­
  Der  Kaiser  sprach  seufzend:  Ich  bin,  was  den
vornehmen  Stand  betrifft,  der  Himmelssohn,  ich  darf  aber  nicht
unabhängig  sein.  ■—■  Kao-ying  sprach:  Wie  könnte  derjenige,
vor  dem  ich  unter  den  Stufen  stehe,  durch  ein  Weib  dahin
kommen,  die  Welt  zu  verachten?  —  Das  Gemüth  des  Kaisers
besänftigte  sich  ein  wenig,  und  er  hielt  das  Pferd  an.  Nach
längerer  Zeit,  um  Mitternacht,  war  er  erst  im  Begriffe,  in  den
Palast  zurückzukehren.  Die  Kaiserin  erwartete  ihn  innerhalb
des  kleinen  Thores.
Als  der  Kaiser  ankam,  vergoss  die  Kaiserin  Thränen,
verbeugte  sich  und  entschuldigte  sich.  Kao-ying  und  Yang-su
bewirkten  die  Versöhnung.  Der  Kaiser  setzte  Wein  vor  und
zeigte  sich  äusserst  erfreut.  Seitdem  war  die  Kaiserin  ziemlich ­
  kleinmüthig  und  gebrochen.
Die  Kaiserin  hatte  Kao-ying,  weil  derselbe  ein  Gast  in
dem  Hause  ihres  Vaters  gewesen,  sehr  freundschaftlich  behandelt. ­
  Als  sie  jetzt  hörte,  dass  Kao-ying  sie  ein  Weib
genannt  habe,  hegte  sie  desswegen  Groll.  Weil  ferner  die
Gemahlin  Kao-ying’s  starb  und  dessen  Nebenfrau  einen  Knaben
gebar,  war  sie  ihm  noch  mehr  abgeneigt.  Sie  fügte  allmälig
Verläumdung  und  Verunglimpfung  hinzu.  Auch  der  Kaiser
richtete  sich  in  allen  Dingen  nur  nach  den  Worten  der  Kaiserin.
Als  diese  sah,  dass  die  Könige  und  die  Hofleute  Nebenfrauen
hatten,  welche  schwanger  waren,  rieth  sie  dem  Kaiser  allen
Ernstes,  sie  zu  entlassen.
Um  diese  Zeit  schenkte  der  kaiserliche  grosse  Sohn  im
Inneren  seines  Palastes  Vielen  seine  Gunst.  Als  dessen  Gemahlin, ­
  die  Königin  von  dem  Geschlechte  Yuen,  plötzlich
starb,  glaubte  die  Kaiserin,  dass  die  zu  dem  Geschlechte
Yün  gehörende  geliebte  Nebenfrau  des  grossen  Sohnes  sie
gemordet  habe.  Sie  redete  hierauf  dem  Kaiser  zu,  Kao-ying
            
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