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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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632  Pfizmaier.
zu  dem  östlichen  Palaste.  Die  Genossenschaften  von  fünf
Menschen  in  den  oberen  und  unteren  Umschliessungen  sondern
sich  nicht.  Wie  sollte  dieses  keine  gute  Sache  sein  ?  Ich  habe
genau  die  früheren  Zeitalter  betrachtet.  Ihr  brauchet  euch
nicht  an  die  alte  Sitte  zu  halten.
Der  Kaiser  vermuthete  nämlich,  dass  man  dem  Sohne
Kao-ying’s  die  Tochter  Yung’s  zur  Gemahlin  geben  wolle.  Er
äusserte  sich  mit  diesen  Worten,  um  es  zu  verhindern.
Yung  schenkte  im  Inneren  des  Palastes  Vielen  seine  Gunst.
j|J||  Tschao-liiiin  von  dem  Geschlechte  fpl  Yün  war  angeblich ­
  die  am  meisten  begünstigte.  Sie  wurde  wie  eine  erste
Gemahlin  behandelt.  Die  zu  dem  Geschlechte  Yuen  gehörende ­
  königliche  Gemahlin  Yung’s  wurde  keiner  Gunst  theilhaftig.
  Dieselbe  wurde  einst  von  Herzweh  befallen  und  starb
nach  zwei  Tagen.  Die  Kaiserin  jgjj  Hien  1  schrieb  dieses  einer
anderen  Ursache  zu.  Sie  blickte  sehr  vorwurfsvoll  auf  Yung.
Seitdem  kümmerte  sich  Tschao-hiün  von  dem  Geschlechte  Yün
ausschliesslich  um  die  Verwaltung  des  Inneren.
Die  Kaiserin  wurde  immer  unruhiger.  Sie  entsandte  abseits ­
  Menschen,  welche  ausspähen  und  nach  Verbrechen  Yung’s
forschen  sollten.  Der  König  von  Tsin 2  erfuhr  dieses  und
war  noch  mehr  voll  Falschheit  und  Verstellung.  Von  den
Nebenfrauen  schaffte  er  bloss  die  Zahl  herbei  und  wohnte  nur
mit  der  königlichen  Gemahlin  von  dem  Geschlechte  Siao. 3
Die  Kaiserin  schätzte  desswegen  Yung  geringer  imd  rühmte
den  tugendhaften  Wandel  des  Königs  von  Tsin.
Als  später  der  König  von  Tsin  an  den  Hof  kam,  bekundeten ­
  dessen  Wagen  und  Pferde,  die  Aufwartenden  und
Begleiter  Sparsamkeit.  Ganz  ehrerbietig  heim  Zusammentreffen
mit  den  Dienern  des  Hofes,  war  er  bei  seiner  Artigkeit  äusserst
demüthig.  Er  erlangte  einen  sehr  guten  Ruf,  den  besten  unter
den  Königen.
Im  Begriffe,  nach  Yang-tscheu  zurückzukehren,  trat
er  in  das  Innere  und  verabschiedete  sich  von  der  Kaiserin.

1  Die  Kaiserin  Hien  ist  die  Mutter  dos  Königs  Yung.
2  Der  König  von  Tsin  ist  der  spätere  Kaiser  Yang.
3  Die  spätere  Kaiserin  von  dem  Geschlechte  Siao,  Gemahlin  des  späteren
Kaisers  Yang.
            
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