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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Ein  neuentdecktes  Blatt  einer  Heliandhandschrift.

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Licht  brächte.  Freilich  lässt  sich  nicht  mehr  ermitteln,  ob  das
Buch  auch  wirklich  in  Rostock  gebunden  wurde,  ja  nicht  einmal, ­
  woher  es  an  die  Prager  Universitätsbibliothek  kam;  wie
man  mich  versichert,  wird  man  nicht  irren,  wenn  man  annimmt: ­
  aus  einem  Kloster.
Der  folgende  Abdruck  gibt  die  Hs.  buchstabengetreu
wieder.  Auf  der.  Rückseite  kann  die  Lesung  nirgends  zweifelhaft ­
  sein,  aber  auch  auf  der  Vorderseite  glücklicher  Weise  nur
in  wenigen  Zeilen.  Unlesbare  Buchstaben  sind  durch  :  angedeutet, ­
  weggeschnittene  oder  durch  Löcher  ausgefallene  ausserdem ­
  durch  (  )  bezeichnet.  Auf  die  Raumverhältnisse  ist  überall
möglichst  Rücksicht  genommen,  im  Druck  liessen  sie  sich
freilich  nicht  immer  ganz  nach  Wunsch  anschaulich  machen.
Cursiv  gedrucktes  ist  minder  deutlich  oder  mehr  oder  weniger
unsicher.  Im  Allgemeinen  glaube  ich  aber  an  den  Stellen,  über
welche  die  Anmerkungen  nicht  noch  besonders  Aufschluss
geben,  nach  wiederholter  sorgfältiger  Prüfung  meiner  Lesung
sicher  zu  sein.  An  den  beschädigtesten  Stellen  wurde  mit
schonender  Vorsicht  auch  Schwefelammonium  zu  Hilfe  genommen. ­
  Die  beigegebene  Tafel,  welche  die  besser  erhaltene
Rückseite  wiedergibt,  ist  freilich  nicht  ganz  nach  Wunsch  ausgefallen ­
  :  es  sind  einzelne  Buchstaben  ausgeblieben,  die  im
Original  deutlich  sichtbar  sind,  auch  stellt  sie  einige  Male
den  Charakter  der  Buchstaben  nicht  ganz  correct  dar;  im
ganzen  gibt  sie  aber  ein  annähernd  richtiges  Bild  der  Hs.
(TS.V.958)  uuili  hluttro  giloboN  .  LefteaN  if  lera;  thuo  Niuua(:) 1
(960)  lang  aftar  2  (:  ::  :  :  :)at  im  fan  g(:  :::;:)  giu  ::  t 3  god  ::

1  Niuua  (;)]  das  zu  ergänzende  f  ist  knapp  hinter  a  weggeschnitten.
2  aftar]  das  anlautende  a  ist  so  ziemlich  erkennbar,  der  Rest  des  Wortes
dagegen  unsicher;  auf  /  kann  die  Spur  eines  Hakens  über  der  Zeile
führen,  der  durch  das  Reagens  sichtbar  wurde,  am  Schluss  glaubte  ich
anfangs  ein  N  zu  sehen,  was  aber  weder  zum  Ueberlieferten  te  thiu  stimmt
noch  auf  etwas  passendes  führt,  einem  N  kommt  aber  ar  sehr  nahe,
namentlich  wenn  man  den  Zustand  des  Pergamentes  an  der  Stelle  erwägt.
Die  erste  Lücke  und  der  Rest  der  Zeile  erscheinen  im  Druck  um  ungefähr ­
  fünf  Buchstaben  zu  weit  nach  rechts  verschoben.
3  giu  ::  t]  auf  einer  mir  vorliegenden  Photographie,  die  auch  sonst  einzelne
Buchstaben  deutlicher  hervortreten  lässt,  ist  das  ganze  Wort  giuuet  ziemlich ­
  deutlich  zu  lesen,  ebenso  Z.  5  fo.
            
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