Ein neuentdecktes Blatt einer Heliandhandsclirift.
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gewinnen wir für einige Verse (961 f. 1002—1006), welche die
Flüchtigkeit des Schreibers von M durch gleiche Worte verleitet
übersprang, in P wenigstens einen zweiten Zeugen.
Sehe ich nun ab von den bereits besprochenen lediglich
grammatischen Varianten, und vorläufig auch von Flüchtigkeiten
und falschen Schreibungen, wie der Ausfall von quam
964, fo 975, tho 994 in C und ganzen Versen in M, bethuo für
batho 981 C, gifahan für gifehan 995 C, (alo-)uualdan (auch 979?)
für (alo-)uualdand 998 C, iungres für lungres 987 M, so stellt sich
P zu M 972 thiodgumono (-mo C) bezt (? oder bezto7) 997 tliitt
(that C) is, 976 forduuardas (foruu- C, vgl. 4250); zu C 965
Giordanaftroma (Jordanes ft. M) und 980 herran (heran M) hebankuning.
Interessanter sind die P eigentümlichen neuen Lesarten.
Leider ist gerade an zwei Stellen die Schrift stark abgerieben
und nicht mehr vollständig zu entziffern, aber es gelang doch
soviel zu lesen um mit hoher Wahrscheinlichkeit ergänzen zu
können. So gleich 959 Tho ni uuas lang te thiu, wo das noch
erkennbare auf aftar thiu führt, und 969 f. endi fprak im tho
mit is uuordon to Suuido god gumo Johannes te Kriste, wo man
mit kaum anzuzweifelnder Ergänzung als Lesart von P aufstellen
darf: endi fprak mit is uuordun te im, also wieder wie
959 eine gleichberechtigte Redewendung, 970 fehlt P. Kein
Zweifel kann über die Lesung sein bei folgenden Varianten:
996. hie gideda it f'an aftar thiu Mannom gimarid (mari),
also das praedicative Particip statt des Adjectivs, und in den
letzten M fehlenden Versen 1003 an thefaro (thefan C) middilgard,
also Vertauschung des Casus und Genus, und 1004
that, quad, that (fehlt C) fcoldi Crift uuefan, also ein für den
Sinn nicht unentbehrliches Wort mehr.
Endlich sei auch auf die Glosse aufmerksam gemacht,
die über lungras (987) von derselben Hand geschrieben steht:
gitalas, sehr merkwürdig, weil dieses Wort, so viel ich sehe,
zwar ahd. und mhd. (Graff V, 655, Lexer I, 999) nicht aber
aus dem Heliand selbst oder andern sächsischen Denkmälern
bisher belegt ist. Das Bedürfniss 'einer Glossirung in P oder
wahrscheinlicher schon in der Vorlage, lässt es übrigens um
so begreiflicher erscheinen, wenn der Schreiber von M an
unserer Stelle das seltene im Heliand selbst nur noch zweimal
erscheinende lungres verlas und iungres schrieb.