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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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H  oernes.

und  nach  einer  fast  schlechten  Gegenwehr  zur  Capitulation
nöthigte.  Die  folgende  Nacht  wurden  die  Vorstädte  angegriffen
und  von  des  Cavaliers  Fansogno  Bataillon  und  des  Obristen
Pizzamano  Leuten,  wie  auch  den  Abruzzesern  ohne  Schwierig
keit  eingenommen.  In  eben  dieser  Nacht  mussten  noch  die
Ruderknechte  von  den  Galeeren  unaufhörlich  an  zwei  Batterien
arbeiten,  wovon  die  eine  mit  Stücken  und  die  andere  mit  Feuer
Mörsern  bepflanzet,  und  hierauf  mit  Canoniren  und  Bombeneinwerffen
  ein  Anfang  gemacht,  anbey  der  Commandant  der
[Jebergabe  erinnert  ward,  nach  deren  Verweigerung  man  bei
anbrechendem  Tage  alle  Canonen  und  Feuermörsel  auf  einmal
losbrennen  lassen.  Und  weil  die  Bomben  guten  Effeckt  thaten,
und  durch  das  unaufhörliche  Canoniren  ein  grosser  Theil  Mauern
und  des  Walles,  indem  beide  nicht  viel  nütz  waren,  niedergeworffen
  und  also  eine  gute  Breche  eröffnet  worden,  so  wollten
die  Belagerten  fernere  Gewalt  nicht  abwarten,  sondern  steckten
eine  weisse  Fahne  auf  und  schicketen  3  von  ihren  Officieren
in  das  Venetianische  Lager,  w T oselbsten,  weil  jene  in  dem  Accord
keine  Schwierigkeiten  zu  machen  beigehoben,  man  geschwinde
einig  ward  und  sich  auf  folgende  Weise  beglich,  dass  nemlich
die  Türken  ohne  Waffen  und  Pferde  ausziehen  und  anders
nichts  als  ihre  Bagage  mitnehmen  solten,  welches  dann  also
den  20.  Juni  erfolget,  und  man  hat  selbige  mit  der  ordinairen
Venetianer  Militz  convoyiret.  Als  auch  ausser  der  Stadt  annoch
nahe  dabey  unterschiedliche  feste  Thürme  gelegen,  welche  mit
besonderer  Besatzung  versehen,  so  begehrten  dieselben  nunmehr, ­
  nachdem  es  mit  dem  Hauptplatz  gethan,  sich  auch  nicht
länger  zu  sperren  und  zog  solchem  nach  die  ganze  Besatzung
aus  der  Stadt  und  Thürmen  in  500  Mann  stark  und  sonst  in
die  3000  Personen  aus.  Wobey  dann  insonderheit  merkwürdig,
dass  sich  die  Venetianer  innerhalb  drei  Tagen  von  einem  so
wichtigen  Posten  nebst  7  starken  Thürmen  und  der  Stadt
Gabella,  so  nur  3  Meilen  davon  liegt,  Meister  gemacht  und
nicht  mehr  als  14  Mann  verloren.  Man  fand  in  der  Festung
18  Stücken  Geschützes,  1700  Tonnen  Pulver,  eine  grosse
Quantität  Reiss,  gesalztem  Fleisch  sammt  anderen  Proviant
und  Kriegs-Munition;  und  erhielt  dadurch  die  Republick  einen
fruchtbaren  Strich  Landes  nebst  dem  Eintritt  in  das  Herzogthum ­
  Nieder-Herzegovina  oder,  wie  es  die  Franzosen  nennen,
            
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