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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Alterthümer  der  Hercegovlna.

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Jankovic  quoque  tumulatum  fuissa  tenent.  (Jankovid  war  ein
seiner  Kühnheit  und  seiner  Erfolge  wegen  weit  berühmter  und
gefürchteter  Partisan  der  Yenetianer  in  deren  Türkenkrieg  von
1683  bis  1699.  Besonders  in  den  Jahren  1685—1687  nennt
die  Zeitgeschichte  seinen  Namen  fast  auf  jedem  Blatt.  Mit
4000—5000  Morlaken,  ungefähr  dem  Dritttheile  aller  streitbaren ­
  Mannschaft  dieses  Stammes,  der  sich  freiwillig  an  dem
Kampf  der  Republik  gegen  den  Erbfeind  betheiligte,  unternahm ­
  er,  manchmal  in  Verbindung  mit  venetianischen  leichten
Truppen  und  im  Auftrag  der  General-Proveditoren,  meist  aber
selbstständig  und  aus  eigenem  Antrieb,  zahllose  Streifzüge  tief
ins  feindliche  Gebiet,  eroberte  und  zerstörte  viele  Festungen
und  offene  Plätze  und  versicherte  sich  reicher  Beute  und  ansehnlicher ­
  Gefangener.  Hauptschauplatz  seiner  Thaten  war
die  Gegend  um  Sign  und  die  ,blutgetränkte'  Lika.  Die  Republik ­
  verlieh  ihm  einen  Monatsgehalt  von  zwanzig  Ducaten,
dann  den  Rang  eines  Cavaliers  und  Capitäns  der  Morlaken,
die  ihn  ihrerseits  ,Voivoda‘,  Herzog,  nannten.  Ygl.  ,Die  freiwillige ­
  Theilnahme  der  Serben  und  Kroaten  an  den  vier  letzten
Österreichisch-türkischen  Kriegen'  [von  Dr.  Vidakovic],  Wien
1854.  Sowohl  er,  Stojan  Jankovic,  als  auch  sein  Vater  leben
noch  in  den  Volksliedern  der  Serben,  von  welchen  zwei  —
,Stojan  und  Slatia'  und  ,Stojans  Rückkehr  aus  der  Gefangenschaft' ­
  —  besonders  charakteristisch  sind.  Er  erscheint  darin
ebenso  schlau  und  zäh,  als  stark  und  tapfer,  wie  in  seinen
historisch  verbürgten  Thaten.  An  historische  Ueberlieferung
erinnert  im  ersten  Liede  nur  die  Schilderung  Slatia’s,  wie
Stojan  mit  seinen  türkischen  Gefangenen  durch  Lika  und  Udbina
  zog.  Seine  Gefangenschaft,  von  der  das  zweite  Lied
handelt,  ist  zwar  historisch,  jedoch  von  vierzehn  Monaten  zu
dem  typischen  Zeitraum  von  neun  Jahren  ausgedehnt.  Literarhistorisch ­
  merkwürdig  ist  die  Aehnlichkeit  vieler  Züge  dieses
Helden  mit  dem  homerischen  Odysseus.  Jankovic  ist  der  sildslavische
  Odysseus,  der  als  Bettler  verkleidet  zum  Vater  Slatia’s
kommt,  durch  geschickte  und  gründliche  Lügen  sich  in  den
Dienst  des  Türken  schwindelt,  ein  Jahr  lang  dessen  Schafställe
ausmistet  —  ein  Zug,  der  an  Herakles’  Knechtschaft  bei
Augeias  erinnert  —  und  endlich  im  entscheidenden  Moment,
wobei  sogar  das  Erkenntnissmal  mitspielt,  verwandelt  hervor-
            
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