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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Ho  e  rnes.

sind.  Unweit  dieser  Stelle  verbirgt  sieb  unter  Felsklippen
und  niederem  Gestrüpp  eine  ansehnliche  Menge  zum  Theil
bildgeschmückter  Gruftplatten  und  sargförmiger  Steine.  Einer
der  letzteren  ist  auf  drei  Seiten  mit  Basreliefs  verziert.  Vorn
hält  eine  kleine  weibliche  Figur  links  einen  Schild,  rechts  ein
gewaltig  langes  Schwert;  rückwärts  sehen  wir  zwei  tanzende
Frauen.  Die  sculpirte  Langseite  zeigt  einen  Reiter  mit  horizontal ­
  gehaltener  Lanze,  der  umblickend  ein  zweites  lediges
(Beute-)  Pferd  am  Zügel  führt.  Vier  grosse  Gruftplatten  —
die  grösste  mit  um  den  Rand  laufender  Inschrift  —  liegen
dicht  neben  einander.  Hier  das  einzige  Beispiel  von  Randschrift ­
  in  der  Art,  wie  sie  sonst  für  die  mittelalterlichen  Grabdenkmäler ­
  charakteristisch  ist.  Ein  anderer  Inschriftstein  zeigt
Schild  und  Schwert  in  Lilienrahmen.  Andere  Umrahmungen
an  den  Seitenflächen  zweier  Platten  zeugen  von  einem  seltsamen, ­
  primitiven  Ornamentsystem.  Eine  Stele  auf  horizontaler
Platte  gleicht  ganz  denen  von  Sarampovo  und  Ceresovci.  Eine
Platte  zeigt  Schild  und  Schwert,  auf  ersterem  Stern  und  Halbmond. ­
  Der  wüste  Ort,  wo  diese  und  noch  eine  Unzahl  unbedeutender ­
  alter  Grabsteine  liegen,  ward  mir  Stecki  genannt.
Es  ist  dies  ein  Gattungsname,  der  jede  solche  Gräberstätte
bezeichnen  kann,  denn  die  altslavischen  Grabmonolithen  führen
im  Volksmunde  diesen  Namen.  1  Der  Lage  nach  könnte  dieser
Friedhof  mit  dem  vom  Schematismus  oben  Krvia  genannten
identisch  sein.
Auf  den  Mostarer  Weg  zurückgekehrt,  sieht  man  nach
zehn  Minuten  mitten  im  Felde  unter  einem  alten  Nussbaum
einen  sargförmigen  Stein  von  solcher  Grösse,  dass  er  aus  einiger
Entfernung  einer  steingebauten  Hütte  gleicht.  In  der  Nähe
erscheinen  die  Dimensionen  nicht  mehr  so  bedeutend,  doch
dürfte  dieser  Stein  einer  der  grössten  derartigen  in  der  Hercegovina
  sein.  Eine  Platte  ist  viergetheilt  (Kreuz,  Stern  und
zwei  Halbmonde  füllen  die  Felder),  auf  dem  Bruchstück  einer
andern  ist  eine  Thierfigur  (Hund  oder  Wolf)  erhalten.

1  ,Grobni  kamenovi  i  stupovi,  koje  narod  zove  stevei  (po  jedan  steeale)  a
turski  masat. 1  Arkiv  za  povj.  jugosl.  IV,  p.  142.
            
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