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Hoernes.
förmiger Stein [Figur 22] zeigt an den Langseiten Frauenreigen
von je neun Figuren, oben in einem von einfachen
Lilien gebildeten Rahmen eine Jagdscene. Der berittene
Jäger schwingt mit beiden Händen hoch die lange Lanze,
vor ihm hat sein Hund das Wild, wie es scheint ein Raubthier,
gestellt. Unter letzterem sieht man einen grossen Kranz.
Zwei andere Platten haben gleiche Rahmen von Zickzackstreifen
mit auf- und abstehenden Lilien. Darin die eine
Schild, Schwert, Halbmond und zwei Rosetten, die andere
längsgetheilte [Figur 23] links Schild und Schwert, rechts eine
nackte männliche Figur mit erhobenen Armen, darüber Halbmond
und Stern. Merkwürdig sind auf einer nicht umrahmten
Platte [Figur 24J vier Figuren in einer um die Ecke fortlaufenden
Reihe. Ein Mann in langem Gewände hält links ein
Kreuz, über dem ein Halbmond steht, und berührt mit der
andern Hand ein Thier, daneben stehen zwei ähnliche Figuren
ohne Füsse [Frauen] die sich die Hände reichen. Ein
sargförmiger Stein zeigt vorn Halbmond und Stern an einem
schiefgestreiften Stiele befestigt, wahrscheinlich ein Feldzeichen,
wie anderwärts [S. 550] Fähnlein Vorkommen, rückwärts ein
ähnliches Zeichen mit Ranken und Lilienkrone. Eine viergetheilte
Platte hat in zwei Feldern Kreuze, in den beiden
andern Halbmonde. 1 Von Singularitäten kommt eine dem
griechischen Gorgoneion nicht unähnliche Fratze [hier wahrscheinlich
rein ornamental, wie im russischen Ornament des
11. und 16. Jahrhunderts; s. hist, de l’orn. Russe, Paris 1870,
II. Tf. 6 u. 73] und ein eigenthümliches Ornament, das an
St. Petri Schlüsselpaar erinnert, vor. Zu Häupten einer Platte
ist ein grosses plumpes Kreuz erhalten. Ein grosser Kranz in
der Mitte, drei kleinere, die mit den eingezeichneten Kreuzen
wie Räder aussehen, in den Enden, verzieren dasselbe. Eine
Grabinschrift von Ledinac [,Wir Jakob und Marko Petrovifi
Söhne des Hauses Voiminib haben diesen Stein unserer Mutter
setzen lassen 1 etc.] theilt S te -Marie 1. c. p. 56 mit.)
1 Wie verbreitet diese unseren landläufigen Begriffen widerstrebende Verbindung
bei den Slaven des Mittelalters gewesen, sehen wir auf dein
Wappenschild eines Taufbeckens aus dem 15. Jahrhundert. Mon. de
l’anc. Pologne Tf. K.