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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Hoernes.

förmiger  Stein  [Figur  22]  zeigt  an  den  Langseiten  Frauenreigen ­
  von  je  neun  Figuren,  oben  in  einem  von  einfachen
Lilien  gebildeten  Rahmen  eine  Jagdscene.  Der  berittene
Jäger  schwingt  mit  beiden  Händen  hoch  die  lange  Lanze,
vor  ihm  hat  sein  Hund  das  Wild,  wie  es  scheint  ein  Raubthier, ­
  gestellt.  Unter  letzterem  sieht  man  einen  grossen  Kranz.
Zwei  andere  Platten  haben  gleiche  Rahmen  von  Zickzackstreifen ­
  mit  auf-  und  abstehenden  Lilien.  Darin  die  eine
Schild,  Schwert,  Halbmond  und  zwei  Rosetten,  die  andere
längsgetheilte  [Figur  23]  links  Schild  und  Schwert,  rechts  eine
nackte  männliche  Figur  mit  erhobenen  Armen,  darüber  Halbmond ­
  und  Stern.  Merkwürdig  sind  auf  einer  nicht  umrahmten
Platte  [Figur  24J  vier  Figuren  in  einer  um  die  Ecke  fortlaufenden ­
  Reihe.  Ein  Mann  in  langem  Gewände  hält  links  ein
Kreuz,  über  dem  ein  Halbmond  steht,  und  berührt  mit  der
andern  Hand  ein  Thier,  daneben  stehen  zwei  ähnliche  Figuren ­
  ohne  Füsse  [Frauen]  die  sich  die  Hände  reichen.  Ein
sargförmiger  Stein  zeigt  vorn  Halbmond  und  Stern  an  einem
schiefgestreiften  Stiele  befestigt,  wahrscheinlich  ein  Feldzeichen,
wie  anderwärts  [S.  550]  Fähnlein  Vorkommen,  rückwärts  ein
ähnliches  Zeichen  mit  Ranken  und  Lilienkrone.  Eine  viergetheilte
  Platte  hat  in  zwei  Feldern  Kreuze,  in  den  beiden
andern  Halbmonde. 1  Von  Singularitäten  kommt  eine  dem
griechischen  Gorgoneion  nicht  unähnliche  Fratze  [hier  wahrscheinlich ­
  rein  ornamental,  wie  im  russischen  Ornament  des
11.  und  16.  Jahrhunderts;  s.  hist,  de  l’orn.  Russe,  Paris  1870,
II.  Tf.  6  u.  73]  und  ein  eigenthümliches  Ornament,  das  an
St.  Petri  Schlüsselpaar  erinnert,  vor.  Zu  Häupten  einer  Platte
ist  ein  grosses  plumpes  Kreuz  erhalten.  Ein  grosser  Kranz  in
der  Mitte,  drei  kleinere,  die  mit  den  eingezeichneten  Kreuzen
wie  Räder  aussehen,  in  den  Enden,  verzieren  dasselbe.  Eine
Grabinschrift  von  Ledinac  [,Wir  Jakob  und  Marko  Petrovifi
Söhne  des  Hauses  Voiminib  haben  diesen  Stein  unserer  Mutter
setzen  lassen 1  etc.]  theilt  S te -Marie  1.  c.  p.  56  mit.)

1  Wie  verbreitet  diese  unseren  landläufigen  Begriffen  widerstrebende  Verbindung ­
  bei  den  Slaven  des  Mittelalters  gewesen,  sehen  wir  auf  dein
Wappenschild  eines  Taufbeckens  aus  dem  15.  Jahrhundert.  Mon.  de
l’anc.  Pologne  Tf.  K.
            
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