Altertliümer der Hercegovina.
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höher, wohl im Hintergründe zusehend zu denken, zwei Frauengestalten
in langem Gewände und eigenthümlicher Haartracht.
Sie fassen sich an den erhobenen Händen und halten sowohl
in diesen, als auch in den erhobenen freien Händen kleeblattförmige
Blumen, den Preis des Siegers im ritterlichen Kampfspiel.
1 Die untere Reihe besteht aus neun Figuren, fünf
männlichen und vier weiblichen, in den oben beschriebenen
Trachten. Männer und Frauen fassen sich abwechselnd bei
den erhobenen Händen und halten dabei kleeblattförmige
Pflanzen, die beiden Männer zu Anfang und Ende stemmen
die freien Hände in die Seite. Die Darstellung, obwohl noch
roh genug, ist doch viel freier und natürlicher, als bei den
rein schematischen Frauenreigen auf sarkophagförmigen Steinen.
Auffallend ist nur, dass die Frauenfiguren mit schräg abgeschnittenen
Gewandsäumen und — in der unteren Reihe —
ohne Andeutung der Füsse vollkommen frei, und sogar ziemlich
hoch in der Luft schweben. Sie springen oder werden,
wie es scheint, von den Männern, welche ausschreitend dargestellt
sind, im Schwünge einhergetragen, jedenfalls ein eigenthümliches
Mittel zur Belebung der etwas einförmigen Figurenreihe.
Das Volk erklärt diese und ähnliche Darstellungen für
Scenen himmlischer Lust, wobei die Verewigten in den Reigen
der Heiligen aufgenommen erscheinen. Letztere sind nämlich
die langgewandeten schwebenden Gestalten, deren rundlicher
Kopfputz für den sogenannten ,Heiligenschein' gehalten wird.
Sculpirt sind noch die beiden Seitenflächen zu Häupten und
Füssen obiger Reihen, die eine mit einem Kreuz, die andere
mit einem Schild, auf dem ein schräger Balken, Halbmond
1 Vielleicht ist hier keine der mannigfachen Formen mittelalterlichen ,Gestecks*
oder ,Rennens*, deren es nach den Tournierbüchern am Ende des
Mittelalters etwa sechzehn gab, sondern ein national-südslavisches
Reiterspiel dargestellt, von dem ein serbisches Volkslied in einer
Schilderung heiterer Lust sagt:
,Wer ein gutes Ross hat, dreht es kunstvoll,
,Freut am Spiel sich, mit dem Wurfstock schleudernd.*
Die Kunst in diesem Spiele besteht in der Geschicklichkeit des Reiters,
den horizontal geworfenen, vier Fuss langen Stab des Gegners (d^ilit)
aufzufangen. Es soll noch heutzutage ein Lieblingsspiel der Slaven und
Albanesen der Balkanhalbinsel sein.