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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Alterthümer  der  Hercegovina.

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eines  dieser  Denkmäler.  Der  Steinhaufen  war  vollständig  auseinander ­
  geworfen,  auf  dem  Grunde  sah  ich  in  einer  grabartigen ­
  Vertiefung  zwischen  Steinschutt  menschliche  Gebeine.
Man  muss  hienach  wohl  die  Ansicht  Sternecks  (1.  c.  S.  54  f.)
fallen  lassen,  dem  die  Gomile  den  Eindruck  von  angehäuften
Klaubsteinen  machten,  die  man,  als  noch  eine  schwache  Erddecke ­
  den  zerklüfteten  Felsboden  bedeckte,  sammelte,  um  das
Erträgniss  desselben  zu  steigern.  Sie  sind  unstreitig  Gräber,
von  deren  Entstehung  die  noch  heute  übliche  Bestattungsweise
der  Christen  jener  Gegend  ein  anschauliches  Bild  gewährt.
Gegenüber  dem  Hutberge  erhebt  sich  ein  kleinerer  Hügel  mit
alten  Grabsteinen  (einer  mit  drei  Kränzen  geschmückt).  Oben
liegt  um  eine  zum  Theil  aus  altem  Material  erbaute  Kapelle
der  neue  katholische  Friedhof.  Da  die  Christen  von  Klobuk
arm  sind,  erschwingen  nur  wenige  ein  Steinkreuz  auf  die
Gräber  der  Ihrigen,  die  meisten  bedecken  den  Erdenfleck,
unter  dem  der  Todte  ruht,  einfach  mit  einem  länglichen
Steinhaufen.  Weil  aber  die  Hügelkuppe  beschränkten  Baum
gewährt,  liegen  die  Gräber  sehr  eng  beisammen,  indem  so
lange  als  möglich  zwischen  je  zwei  noch  ein  dritter  Todter
gebettet  wird.  So  vermengen  sich  die  Steinhaufen]  theils  von
selbst,  theils  werden  sie  auch  wohl  von  den  Angehörigen  der
Todten  durch  Steinschutt  mit  einander  verbunden,  damit  die
Erde  nicht  noch  einmal  aufgewühlt  und  die  Ruhe  der  Längstentschlafenen ­
  gestört  werde.  Wahrscheinlich  stellen  auch  die
Gomile,  welche  so  häufig  auf  beschränkten  Hügelräumen  angetroffen
  werden,  jeder  für  sich  gleichsam  einen  geschlossenen
Friedhof  dar,  der  durch  genügende  Anhäufung  von  Steinen
—  oft  bis  zu  fünf  und  mehr  Klafter  Höhe  —  consecrirt
und  der  weiteren  Benützung  entzogen  wurde.  Zur  Datirung
dieser  Denkmäler  liegt  noch  wenig  Material  vor.  In  einem
derselben  bei  Han  Podromanjom  auf  der  Hochebene  Glasinac
sind  höchst  merkwürdige  Bronzegegenstände  gefunden  worden,
die  zwar  nach  unsern  bisherigen  Kategorien  den  prähistorischen
Alterthümem  zugezählt  werden  müssen,  aber  entschieden  auf
geschichtlich  sehr  wohl  bekannte  Zeiträume  hinweisen. 1  Auch

1  Von  den  beiden  Hauptstiicken  dieses  Fundes,  der  in  die  anthropologische
Sammlung  des  k.  k.  naturhistorischen  Hofmuseums  gelangte,  gleicht  ein
            
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