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Hoernes.
zudringen verhinderte mich der jähere Abfall, die Finsterniss
der gähnenden Tiefe und ein Gefühl des Schauers, das
mich momentan übermannte, als eine Schaar wilder Tauben,
die in den Felshöhlen nisteten, mit lautem Flügelschlag blitzschnell
und dicht an mir vorüber das Freie suchte.
Als ich wieder übers Dach zurückgeklettert war, fand
ich die früher verschlossen gewesene Thüre geöffnet und betrat
das enge und düstere Grabgemach des erwähnten türkischen
Heiligen. Zwei bedeckte Holzsärge umschliessen die Leiber
des frommen Gottesstreiters und seines treuen Dieners, der
neben ihm bestattet ist. Ein alter Säbel und ein Streitkolben
hängen an der Wand — dieselben Gegenstände sind aussen,
an der dem Fluss zugekehrten Wand, in bemaltem Relief dargestellt
— Schaffelle und Teppiche bedecken den Boden. Es
gibt noch Wassergefässe, Schälchen, Tücher und in einigen
Fächern allerlei gottesdienstliche Requisiten. Das Ganze macht
einen keineswegs feierlichen, sondern dumpfen und ärmlichen
Eindruck. Nur die Wahl des Ortes, der im höchsten Grade
das vereinigt, was der Türke von der Natur verlangt: kühle
Schatten, Wasserrauschen, Ruhe und Einsamkeit, bringt diese
fremdartige Grabstätte auch unserem Gefühle näher.
Unweit der Einmündung der Buna in die Narenta, am
Südende der Ebene Bisce, ist der Felsdurchbruch Zaton (hoc
est, quasi diceres Submergens, Schern.), zwischen den Bergen
Gubavica im Osten und Trtre im Westen, welcher der Narenta
durch ein zwei Stunden langes Defilee den Ausweg aus der
Ebene öffnet, merkwürdig. Hier liegt am linken Ufer das
serbische Kloster 2itomislic, angeblich 1585 von Miloslav Miloradovic
gestiftet und reich beschenkt.' Die Localsage hält den
ganzen Felsdurchbruch für ein altes Menschenwerk (querndam
Graecorum imperatorem aut Egypti regem Ptolemaeum
altam confregisse rupem), im Zusammenhang mit der Ueberlieferung,
dass die Ebenen um Mostar, Bisce im Süden und
Bilopolje im Norden, einst einen grossen See gebildet, der
erst in historischer Zeit durch jene Felsspalte seinen Abfluss
gefunden. Hoc et stratum glabri fluvialis sabuli ubique alta
1 Die Familie Miloradovic wanderte später nach Russland aus. wo sie zu
hohen Ehren kam und noch gegenwärtig blüht.