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H oernes.
ragusanischen Acten des 14. und 15. Jahrhunderts (Jirecek
1. c. Anm. 17). Mit dem Untergang der nationalen Selbstständigkeit
begann auch der Verfall von Blagaj (türkisch ,Balagaj‘),
das seine Rolle bald ganz an das aufblühende Mostar, wo der
türkische Statthalter residirte, abtrat. 1
Die gegenwärtige*, Stjepans-Grad genannte Ruine lässt
nur wenig von dem einstigen Glanz des Ortes erkennen. Zwar
gewährt sie, auf einem kahlen, steil in die Ebene abfallenden
isolirten Kalkfelsen im Winkel zwischen dem Podvelez und
dem Dubrava-Plateau gelegen, dem Wanderer aus Nord und
Süd schon von weitem einen imposanten Anblick, allein die Besteigung
der Burghöhe ist nicht lohnend und wird daher selten
unternommen. Sie geschieht durch jenen Engpass im Osten
der Unterstadt, der auch über die südlichen Abhänge der
Velez auf einem sehr beschwerlichen Wege nach Nevesinje
führt und den Verkehr zwischen Mostar und diesem Orte vermittelt.
Der Eingang zur Burg befindet sich im Südosten der
Höhe; der Bau bildet ein unregelmifesiges Viereck und bedeckt
den ganzen schmalen Grat des Felsenkegels. Ringsumher läuft
eine crennelirte Mauer, zwei Thürme schützen den schwachen
Punkt der Feste, die zugängliche Ostseite, ein dritter erhebt
sich am südwestlichen Rande der Burg.
Lohnender als die Ersteigung des Burgfelsens ist ein
Besuch der Bunaquelle am Fusse desselben, einer Loealität,
an die sich, ausser dem topographischen, ebenfalls archäologisches
Interesse knüpft. Man passirt den kleinen, jetzt durch
Truppenbaraken vergrösserten Ort Blagaj (ungefähr 600 Einwohner,
wovon nur etwa 100 Christen), die alte Steinbrücke,
nächst welcher ein kauzeiartiger Steinbau auf natürlicher
Terrasse auffällt, und gelangt auf einem Engweg zwischen
1 Die Volkssage knüpft an den Verfall von Blagaj eine aus Historischem
und Erdichteten gemischte Erzählung, nach welcher Grujica, der Sohn
Herzog Stephans, von den Türken aufgereizt, sich wider den Vater
empört und denselben in seiner Burg Blagaj belagert habe. Es wird
noch ein Punkt, durch spärliche Ruinen markirt, gezeigt, von welchem
der rebellische Sohn die Burg in Trümmer gelegt. Historisch ist, dass
einer der Söhne Stephans als Achmed Hercegovic Renegat, Pascha und
Grossvezier wurde. Uebrigens zeigt man auch bei Sarajevo den Punkt,
von welchem die Grk-Veste Starigrad von den Türken beschossen wurde.