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Hoern es.
, Eisige Badgemächer', wie einst König Jugurtha das römische
Tullianum nannte, sind die beiden halbkreisrunden Warttlnirme
an jedem Brückenköpfe mit ihren über klafterdicken
Mauern, die den Eintretenden mit kühlem Schauer umfangen,
unter den Türken bald als Kerker, bald als Pulvermagazine
verwendet. 1 Jeder der beiden Kulas entspricht eine weitere
in dominirender Lage, links beim Konak am Abhange des
Podvelez, rechts auf einem vorspringenden Felsen des Hum,
so dass die Brücke im alten fortificatorischen Style mehr als
hinreichend geschützt erscheint. Jetzt freilich haben diese
Befestigungen ihren Werth verloren, wie die in einer der Kulas
rostenden Haufen von Geschützkugeln und ihr vermorschtes
Treppenwerk eindringlich bezeugen.
Beim Uebersehreiten der Brücke fällt deren starke Steigung
auf, die durch Staffeln vermittelt wird; dafür belohnt
vom höchsten Punkte, wo ehemals eine Art von Pranger bestanden
haben soll, eine fesselnde Schau stromauf- und abwärts,
sowie hinunter in die schwindelnde Tiefe. Man glaubt es kaum,
was von den besten Gewährsmännern versichert wird, dass der
rapid anschwellende Strom manchmal durch mitgeführte Baumstämme
den Scheitel des Bogens bedroht, so hoch steigt die
Fluth nach starken Begengüssen! Hier gewahrt man auch die
bedrohlichen Risse im rechtsseitigen östlichen Brückenpfeiler,
deren Beobachtung wahrscheinlich der Grund war, weshalb
die Türken das Befahren der Brücke mit Wagen nicht zuliessen.
Während der Occupations-Campagne passirten lange
Fuhrwerks-Colonnen hinüber und herüber, bis eine Erweiterung
der erwähnten Risse neuerdings das Einstellen des Wagenverkehrs
nothwendig machte. Uebrigens sind Fuhrwerke in
der Hercegovina bekanntlich eine seltene Erscheinung, 2 und
so gleicht dieses Verbot keineswegs einem Unterbinden der
Verkehrsader zwischen beiden Stadttheilen (anima civitatis,
Sehern.), da in wie ausserhalb derselben fast alles zu Transportirende
auf Tragthieren fortgebracht wird.
’ Im Jahre 1861 hat einer derselben Feuer gefangen, seitdem wurden die
Pulvervorräthe der Stadt in neugebauten Thürmen im Bilopolje nördlich
von Mostar aufbewahrt.
2 Nach dem amtlichen Volkszählungs-Ausweis Tab. II vom 15. Juli 1819
existiren im Lande nur 40 Pferde- und 252 Ocbsenwagen.