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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Ho  er  ne  s.

,schachmatt  machte.  Die  Mauer,  worauf  der  Bogen  ruht,  hat
in  der  Breite  beiläufig  8  Eilend
In  der  früher  allgemein  angenommenen  Voraussetzung,
dass  die  Brücke  römischen  Ursprungs  sei,  einigte  sich  die
archäologische  Gesellschaft  zu  Berlin  (Arch.  Anzeiger  1865,
S.  115)  angesichts  einer  Photographie  derselben  mit  Rücksicht ­
  auf  die  steil  anstrebende  Höhe  des  Bogens,  sowie  auf
manche  andere  Besonderheiten  in  der  Construction  des  Werkes
dahin,  dasselbe  vielmehr  den  Zeiten  Justinians,  als  einer  ältern
römischen  Epoche,  zuzuschreiben  (Adler).  Sax  hielt  den  Baumeister ­
  für  einen  Dalmatiner  oder  Venetianer.  Die  einheimischen ­
  Franciskaner  stützen  sich  auf  die  Etymologie  des  Namens
Mostar  von  Most  star  (pons  vetus),  der  fünf  Jahrhunderte  hinauf ­
  zu  verfolgen  sein  soll  und  nur  die  heutige  Brücke,  welche
schon  damals  alt  (star)  gewesen,  bezeichnen  könne,  überdies
auf  die  Uncultur  der  Türken,  deren  Auftreten  nur  den  Rückgang ­
  des  Landes  in  jeder  Beziehung  hervorgerufen  (scimus
quippe  qua  infausta  epocha  Hercegovinam  occuparunt.  Schern.).
Bei  den  Mostarer  Türken  ist  die  Tradition  ihrer  Urheberschaft
des  Werkes  (praetensio  qua  ingerunt  se  huius  pontis  auctores,
1.  c.)  nie  erloschen  gewesen.
Bei  den  Orthodoxen  knüpft  sich  an  den  Bau  der  Brücke
eine  mythologisch  interessante  Volkssage,  die  von  einem  eingeborenen ­
  Naturdichter  in  der  üblichen  Weise  versificirt  ist
und  zur  Gusla  vorgetragen  wird.'  Darnach  erkauft  sich  der
von  den  Türken  gefangene  Baumeister  Rade  die  Freiheit  durch
dieses  Werk,  das  ihm  trotz  aller  Anstrengung  nicht  gelingen
will,  bis  er  auf  den  Rath  der  Vila  (altheidnische  Naturgottheit
der  Slaven)  vom  Berge  Velez  ein  Liebespaar  in  die  Grundfesten ­
  der  Brücke  vermauert.  Die  Vila,  die  ihr  Naturreich
durch  Menschenwerk  nicht  stören  lässt,  bis  sie  durch  ein  Bauopfer ­
  (dergleichen  auch  die  alten  G.ermanen,  wie  die  Römer
und  Griechen  kannten)  beschwichtigt  wird,  spielt  hier  zugleich
die  Rolle  des  Wassergeistes,  der  keine  Brückenfessel  duldet.
Im  Volkslied  von  der  Erbauung  Skadars  (Scutaris,  Karadzic

1  Der  Anfang  lautet:  Mila  braco,  cuda  golemoga!
Kad  se  gradi  kamena  cuprija
U  Mostaru  na  vodi  Neretvi  .  .  .
            
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