Alterthümer der Hercegovina.
499
adlegat et sat recentes refert, nempe constructionem contigisse
Mahumetis egirae anno 974 [1596 n. Chr.] reparationem autem
anno 1087 [1709 n. Chr.]. Der Autor hält die Brücke nämlich
für ein römisches Werk aus der Zeit Hadrians. Wenn Blau
1. c. sagt: ,Das Ganze ist, architektonisch betrachtet, aus einem
Gusse und Style, selbst die Steine der untersten zugänglichen
Schicht zeigen keine Spur eines älteren Unterbaues', so steht
die schärfere Beobachtung hinsichtlich der erwähnten Restaurationsspuren
entschieden auf Seiten des einheimischen Autors,
der die Brücke täglich vor Augen hatte. Um mehr als ein
Jahrhundert irrt Blau in Berechnung des Alters der Brücke,
wenn er ihre Erbauung um 1483 ansetzt in Folge ungenauer
Lesung der arabischen Jahreszahlen. Abbildung der Brücke
bei Wilkinson, Dalmatia and Montenegro II landschaftlich S. 58,
architektonisch S. 59, die Inschriften S. 61, letztere auch
Ste-Marie I. c. p. 52.)
2. Erbauung. Hadschi Chalfa (f 1648), Rumeli und
ßosna, geographisch beschrieben. Aus dem Türkischen von
Hammer, S. 175 f. ,In Mostar ist eine sehr merkwürdige, aus
einem Bogen gewölbte Brücke, i. J. 974 erbaut; da die meisten
Gärten jenseits des Flusses liegen' (im Thal der Radobolja,
die sich dicht an der Brücke in die Narenta ergiesst), ,so
passirte man denselben ehemals auf einer grossen, in Ketten
hangenden hölzernen Brücke, die aber, da sie keine Pfeiler
hatte, so schwankte, dass man nur mit Todesfurcht hinüber
ging. Nach der Eroberung baten die Einwohner den Sultan
Suleiman, ihnen eine steinerne Brücke bauen zu lassen. Dieser
schickte den Baumeister Sinan' (es war dies der grösste türkische
Architekt aller Zeiten), ,der nach eingenommenem Augenschein
es für unmöglich erklärte, hier eine Brücke zu wölben.
Man stand also damals davon ab. Späterhin verbürgte sich
ein geschickter Tischlermeister des Ortes' (wenn wir die heutige
Landessitte auch für jene Zeit gelten lassen, gab es in Mostar
keinen Meister, der blos Tischler und Zimmerer, nicht auch
Maurer und Baumeister war) ,für die Ausführbarkeit des Vorschlages,
und die Brücke kam zu Stande. Sie hat einen einzigen
Bogen, dessen Durchmesser 150 Ellen misst, ein Kunstwerk,
das alle Baumeister der Welt' (Schein, sagt nur: cui
similis in tota europaea turcica possessione non invenitur)