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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Alterthümer  der  Hercegovina.

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adlegat  et  sat  recentes  refert,  nempe  constructionem  contigisse
Mahumetis  egirae  anno  974  [1596  n.  Chr.]  reparationem  autem
anno  1087  [1709  n.  Chr.].  Der  Autor  hält  die  Brücke  nämlich
für  ein  römisches  Werk  aus  der  Zeit  Hadrians.  Wenn  Blau
1.  c.  sagt:  ,Das  Ganze  ist,  architektonisch  betrachtet,  aus  einem
Gusse  und  Style,  selbst  die  Steine  der  untersten  zugänglichen
Schicht  zeigen  keine  Spur  eines  älteren  Unterbaues',  so  steht
die  schärfere  Beobachtung  hinsichtlich  der  erwähnten  Restaurationsspuren ­
  entschieden  auf  Seiten  des  einheimischen  Autors,
der  die  Brücke  täglich  vor  Augen  hatte.  Um  mehr  als  ein
Jahrhundert  irrt  Blau  in  Berechnung  des  Alters  der  Brücke,
wenn  er  ihre  Erbauung  um  1483  ansetzt  in  Folge  ungenauer
Lesung  der  arabischen  Jahreszahlen.  Abbildung  der  Brücke
bei  Wilkinson,  Dalmatia  and  Montenegro  II  landschaftlich  S.  58,
architektonisch  S.  59,  die  Inschriften  S.  61,  letztere  auch
Ste-Marie  I.  c.  p.  52.)
2.  Erbauung.  Hadschi  Chalfa  (f  1648),  Rumeli  und
ßosna,  geographisch  beschrieben.  Aus  dem  Türkischen  von
Hammer,  S.  175  f.  ,In  Mostar  ist  eine  sehr  merkwürdige,  aus
einem  Bogen  gewölbte  Brücke,  i.  J.  974  erbaut;  da  die  meisten
Gärten  jenseits  des  Flusses  liegen'  (im  Thal  der  Radobolja,
die  sich  dicht  an  der  Brücke  in  die  Narenta  ergiesst),  ,so
passirte  man  denselben  ehemals  auf  einer  grossen,  in  Ketten
hangenden  hölzernen  Brücke,  die  aber,  da  sie  keine  Pfeiler
hatte,  so  schwankte,  dass  man  nur  mit  Todesfurcht  hinüber
ging.  Nach  der  Eroberung  baten  die  Einwohner  den  Sultan
Suleiman,  ihnen  eine  steinerne  Brücke  bauen  zu  lassen.  Dieser
schickte  den  Baumeister  Sinan'  (es  war  dies  der  grösste  türkische ­
  Architekt  aller  Zeiten),  ,der  nach  eingenommenem  Augenschein ­
  es  für  unmöglich  erklärte,  hier  eine  Brücke  zu  wölben.
Man  stand  also  damals  davon  ab.  Späterhin  verbürgte  sich
ein  geschickter  Tischlermeister  des  Ortes'  (wenn  wir  die  heutige
Landessitte  auch  für  jene  Zeit  gelten  lassen,  gab  es  in  Mostar
keinen  Meister,  der  blos  Tischler  und  Zimmerer,  nicht  auch
Maurer  und  Baumeister  war)  ,für  die  Ausführbarkeit  des  Vorschlages, ­
  und  die  Brücke  kam  zu  Stande.  Sie  hat  einen  einzigen ­
  Bogen,  dessen  Durchmesser  150  Ellen  misst,  ein  Kunstwerk, ­
  das  alle  Baumeister  der  Welt'  (Schein,  sagt  nur:  cui
similis  in  tota  europaea  turcica  possessione  non  invenitur)
            
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