Die fremdländischen Reiche zu den Zeiten der Sui.
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Die Frauen tragen Kleider von Tuch. Die Männer
kleiden sich in Felle von Schweinen und Hunden. Man pflegt
mit Harn Hände und Gesicht zu waschen. Diese Menschen
sind unter allen Fremdländern die unreinlichsten.
Die Sitten sind ausschweifend und herrscht zugleich Eifersucht.
Wenn die Gattin nach aussen sich verfehlt und Jemand
es meldet, so tödtet der Mann ohne weiteres die Gattin. Wenn
er sie getödtet hat und es ihn später reut, so tödtet er gewiss
den Angeber. Aus diesem Grunde werden geheime Einverständnisse
niemals offenbar.
Alle Menschen des Landes beschäftigen sich mit Pfeilschiessen
und Jagd. Die hörnenen Bogen sind drei Schuh
lang. Die Länge der Pfeile beträgt einen Schuh zwei Zoll.
Im siebenten und achten Monate des Jahres bereitet man
immer Gift, mit welchem man die Pfeile bestreicht. Man
schiesst damit Vögel und vierfüssige Thiere. Was getroffen
wird, ist auf der Stelle todt.
Im Anfänge des Zeitraumes Khai-hoang (581 n. Chr.)
ging man einander voran und schickte einen Gesandten mit
Tribut und Geschenken. Kaiser Kao-tsu erliess an den Gesandten
eine höchste Verkündung, worin er sagte: Ich, der
Kaiser, hörte, dass die Menschen jener Erde viele Fähigkeiten
besitzen, muthig und kühn sind. Jetzt kommen sie, mich zu
sehen. Sie sind wirklich zugetheilt meinem, des Kaisers Busen.
Ich, der Kaiser, blicke auf euch wie auf Sohne. Ihr sollet
mich, den Kaiser, ehren wie den Vater.
Man antwortete: Wir Diener wohnen seitwärts in einer
der Gegenden, auf Wegen weit und fern. Wir hörten, dass
es in dem inneren Reiche einen höchst weisen Menschen gibt.
Desswegen kamen wir an den Hof, uns zu verbeugen. Bedeckt
mit Bewillkommnung und Verleihung, nehmen wir in Empfang
unter den Augen des Höchstweisen. Das Gemütli kann diese
Freude nicht ertragen. Wir bitten, dass es uns vergönnt sei,
dauernd Sclaven und Knechte zu sein.
Dieses Reich gränzte im Nordwesten an m ft Khi-tan
und zwischen beiden fanden immer Einfälle und Plünderungen
statt. Später, bei Gelegenheit der Ankunft des Gesandten,
richtete Kaiser Kao-tsu an diesen die ermahnenden Worte: Ich
bedenke mit Bedauern, dass zwischen Khi-tan und euch kein
Sitzungaber. d. phil.-hist. CI. XCVII. Bd. II. Hft. 31