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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Pfizmaier.

Bei  Todesfällen  hat  man  nicht  die  Einrichtung  der  Trauerkleider. ­
  Man  legt  den  Leichnam  auf  ein  hohes  Bett.  Man
badet  ihn  und  legt  ihm  Gewänder  an,  bekleidet  ihn  mit  einem
grossen  Panzer  und  überdeckt  ihn  mit  Thierfellen.  Die  Söhne
und  Enkel  wehklagen  nicht.  Sie  kleiden  sich  in  Panzer,  tanzen
den  Schwerttanz  und  rufen:  Unser  Vater  wurde  von  einem
Dämon  entführt.  Wir  wollen  uns  rächen,  den  Dämon  zu
Schanden  machen,  ihn  tödten.
Die  übrigen  Verwandten  erheben  dreimal  ein  Klagegeschrei
und  halten  dann  inne.  Wenn  Frauen  wehklagen,  verhüllen  sie
mit  beiden  Händen  das  Angesicht.  In  dem  Sterbehause  schlachtet
man  ein  Rind,  die  Verwandten  schicken  Schweinefleisch  und
Wein.  Man  trinkt  und  isst  gemeinschaftlich  und  bewerkstelligt
dann  die  Bestattung.  Zehn  Jahre  nach  dem  Tode  bewerkstelligt
man  die  grosse  Bestattung.  Bei  dieser  Bestattung  versammelt
man  Verwandte  und  Gäste  und  schlachtet  Pferde  bis  zu  einer
Anzahl  von  mehreren  Zehenden.  Man  stellt  den  Geist  des
Grossvaters  und  Vaters  auf  und  verehrt  ihn.
Man  pflegt  aus  Fellen  Kopfbedeckungen  zu  verfertigen,
welche  rund  wie  eine  Schüssel  sind.  Man  kleidet  sich  viel  in
Wolltücher,  Häute  und  Pelze.  Man  zieht  als  ein  Ganzes  die
Fusshaut  der  Rinder  ab  und  macht  sie  zu  Schuhen.  An  den
Hals  bindet  man  eiserne  Ketten.  An  die  Arme  legt  man  eiserne
Armbänder.  Der  König,  die  Häuptlinge  und  Vordersten  bilden
einen  Kopfputz  aus  Gold.  Vor  die  Brust  hängen  sie  goldene
Blumen  von  drei  Zollen  im  Durchmesser.
Das  Land  ist  hochgelegen,  der  Himmelsstrich  frostig.  Es
gibt  viel  Wind  und  wenig  Regen.  Der  Boden  eignet  sich  zu
kleinem  Weizen  und  grüner  Hirse.  Aus  den  Gebirgen  kommen
Gold,  Silber  und  viele  weisse  Fasanen.  In  den  Flüssen  findet
sich  ein  schöner  Fisch,  welcher  vier  Schuh  lang  und  feinschuppig ­
  ist.
Im  vierten  Jahre  des  Zeitraumes  Ta-nie  (608  n.  Chr.)
schickte  der  König  dieses  Reiches  einen  Mann  Namens  ^  jfg
Su-fö  und  noch  Andere,  im  Ganzen  acht  Menschen,  als  Gesandte
mit  dem  Aufträge,  an  dem  Hofe  von  Sui  einzutreten.
Im  nächsten  Jahre  schickte  er  wieder  ^  I-lin,  den
Neffen  Su-fö’s,  an  der  Spitze  von  sechzig  Menschen  des  Fremdlandes ­
  Kia-liang  an  den  Hof  mit  Tribut.  Man  wollte  vortreff-
            
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