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K a 11 e n b r u n n e r.
nach Anführung von Luther, Calvin und Beza eifert sie gegen
Jene, welche sich mit den Angeln des Himmels beschäftigen
und sich selbst verkennen, welche, Himmel und Erde verwechselnd,
Freude daran haben, dass sich der ganze Erdkreis
bewegt. Mit der Lehre der Ketzer sei auch diese neue Lehre
auszurotten, nichts dürfe geschehen von Seite der Kirche, was
ihr Vorschub leisten und ihr auch nur einen Schein der Berechtigung
verleihen könnte. Das ist der Grundgedanke, der,
weitläufig durch den Epilog hindurchgesponnen, die 26 Thesen
beseelt, welche über den neuen Kalender selbst aufgestellt
werden. Durch die Kalenderreform soll nämlich — so meint
die Facultät — die Kirche dem Willen der Astronomen unterworfen
und dienstbar gemacht werden. Dies berge an sich
schon grosse Gefahren in den Augen der Orthodoxen, denn
dadurch, dass man das heilige Osterfest nach dem Laufe der
Gestirne umändern wolle, werde die göttliche Majestät, die
allein denselben erkennen und messen kann, verletzt, ja es
werde die ganze Ordnung der Dinge verkehrt, da doch Gott
Sonne und Mond zum Frommen der Kirche, nicht diese zum
Dienste jener geschaffen habe. Um so gefährlicher sei aber
dieses Beginnen, weil die Bewegungen der Gestirne von den
Astronomen gemessen werden, welche verwerfliche, gefährliche
und unwissende Leute seien. Ihre Verwerflichkeit besteht in
den Augen der Facultät darin, dass sie die menschlichen Geschicke
in Zusammenhang mit dem Laufe der Gestirne bringen,
und sicher stimmen wir ihr da bei; nur ist es unehrlich von
ihr, dass sie mit den traurigen Auswüchsen der Astrologie die
ganze Wissenschaft, welche sich damals freilich noch nicht
ganz von ihnen losschälen konnte (man denke nur an Kepler),
verwirft und verlästert. Dieser plumpe Kunstgriff der Verwechslung
der reinen Astronomie mit der Sterndeuterei wird
auch noch weiter benützt, wenn ihre Gefährlichkeit aus zahlreichen
Stellen der Kirchenväter und selbst aus Edicten
römischer Kaiser nachgewiesen wird. Unnütz und schwach
aber sei die vermeintliche Wissenschaft, weil sie Aristoteles,
dessen Philosophie allein bei den Orthodoxen Beachtung finden
dürfe, nicht berücksichtigt, und weil ihre Vertreter unter sich
noch so uneins seien, dass sie nicht anzpgeben im Stande wären,
wie denn nach ihrer Ansicht Ostern richtig gefeiert werden