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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  fremdländischen  Reiche  zu  den  Zeiten  der  Sui.

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Die  Bewohner  sind  von  Gestalt  klein  und  von  Farbe
schwarz.  Unter  den  Frauen  gibt  es  auch  einige,  welche  weiss
sind.  Sie  haben  insgesammt  krauses  Haupthaar  und  herabhängende ­
  Ohren.  Von  Gemüthsart  sind  sie  kühn  und  gewaltthätig.
Die  Wohnorte  und  Geräthschaften  sind  ziemlich  von  der
Art  derjenigen  von  Tsch’i-thu.  Man  hält  die  rechte  Hand  für
rein,  die  linke  Hand  für  unrein.  Jeden  Morgen  wäscht  man
sich  und  reinigt  mit  Weidenzweigen  die  Zähne.  Man  liest  mit
lauter  Stimme  die  heiligen  Bücher,  wäscht  sich  wieder  und  nimmt
dann  Speise.  Wenn  man  gegessen  hat,  reinigt  man  sofort  mit
Weidenzweigen  die  Zähne  und  liest  wieder  mit  lauter  Stimme
die  heiligen  Bücher.
Die  Getränke  und  Speisen  bestehen  häufig  in  Basilienkraut, ­
  Milch,  Zucker,  kleberlosem  Beis, 1  Hirse  und  Reiskuchen.
Wenn  man  essen  will,  nimmt  man  vorher  allerlei  Fleischbrühe
und  mengt  sie  mit  den  Kuchen.  Zum  Essen  bedient  man  sich
der  Hände.
Wer  eine  Gattin  nimmt,  übersendet  blos  ein  Kleidungsstück. ­
  Man  wählt  den  Tag,  schickt  den  Vermittler  und  geht
dem  Weibe  entgegen.  In  dem  Hause  sowohl  des  Mannes  als
des  Mädchens  geht  man  durch  acht  Tage  nicht  aus.  Man  zündet
ohne  Unterlass  Lampen  an.  Sobald  der  Mann  verheirathet  ist,
theilt  er  mit  den  Aeltern  die  Güter  und  wohnt  an  einem  anderen
Orte.  Wenn  die  Aeltern  sterben,  geben  ihm  die  jungen  Kinder,
welche  noch  nicht  verheirathet  sind,  die  übriggebliebenen  Güter.
Sind  sie  verheirathet,  so  werden  die  Güter  durch  die  Obrigkeit ­
  eingezogen.
Was  Trauer  und  Bestattung  betrifft,  so  verzehren  Kinder
und  Töchter  durch  sieben  Tage  keine  Speise.  Sie  scheeren
das  Haupthaar  und  wehklagen.  Bonzen,  Nonnen,  Männer  des
Weges,  Verwandte  und  Bekannte  kommen,  versammeln  sich
und  geben  unter  Musikklängen  das  Geleite.  Man  verbrennt
den  Leichnam  in  einem  aus  dem  Holze  der  fünf  wohlriechenden
Bäume  angemachten  Feuer,  fasst  die  Äsche  zusammen,  füllt  sie
in  einen  goldenen  oder  silbernen  Krug  und  schafft  diesen  in
ein  grosses  Wasser.  Die  Armen  gebrauchen  bisweilen  ein
irdenes  Gefäss,  bemalen  es  aber  mit  bunten  Farben.  Es  kommt

keng,  eine  Reisart,  welche  keinen  Kleber  enthält.
            
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