Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  fremdländischen  Keiclie  zu  den  Zeiten  der  Sui.

435

Drei  M  M  W  Kia-li-mi-lda.  Die  Inhaber  dieser
drei  Aemter  befassen  sich  mit  den  Sachen  der  Lenkung.
Ein  '||L  H§  3^  ^  Kiü-lo-mö-ti.  Derselbe  befasst  sich
mit  Strafgesetzen.
In  jeder  Feste  sind  eingesetzt:
Ein  0$  05  jJlP  Na-ye-kia.
Zehn  *jjj*  Pö-ti.
Was  die  Gewohnheiten  betrifft,  so  durchbohrt  man  die
Ohren  und  scheert  das  Haupthaar.  Man  hat  nicht  die  Gebräuche ­
  des  Niederknieens  und  der  Verbeugung.  Man  bestreicht
den  Leib  mit  wohlriechendem  Oele.  Man  pflegt  Buddha  zu
verehren  und  schätzt  die  Braminen  überaus  hoch.
Die  Frauen  bilden  die  Haarschöpfe  am  Nacken.  Männer
und  Frauen  tragen  durchgängig  Kleider  aus  Tuch  des  Morgennebels ­
  und  der  Morgenwolken  von  gemischter  Farbe.  In  den
Häusern  der  hervorragenden  Männer  und  der  Reichen  stellt
man  willkürlich  Pracht  und  Verschwendung  zur  Schau.  Bloss
von  goldenen  Ketten  darf  man  keinen  Gebrauch  machen,  ausser
wenn  der  König  sie  schenkt.
Bei  allen  Heirathen  wählt  man  einen  glücklichen  Tag.
In  dem  Hause  des  Mädchens  führt  man  fünf  Tage  früher
Musik  auf  und  trinkt  Wein.  Der  Vater  fasst  das  Mädchen
bei  der  Hand  und  übergibt  es  dem  Bräutigam.  Nach  sieben
Tagen  gesellt  er  es  zu  ihm.  Nachdem  die  Vermählung  stattgefunden, ­
  theilt  man  die  Güter  und  wohnt  gesondert.  Bloss
die  jungen  Söhne  wohnen  gemeinschaftlich  mit  dem  Vater.
Wenn  Vater,  Mutter  oder  Brüder  sterben,  scheert  man
das  Haupthaar  und  kleidet  sich  in  Weiss.  Man  begibt  sich
an  ein  Wasser  und  legt  aus  Bambus  und  Holz  einen  Schrein
zusammen.  Man  schichtet  in  dem  Schreine  Brennholz  und  legt
den  Leichnam  darüber.  Indem  man  Weihrauch  brennt,  Fahnen
aufpflanzt,  die  Muscheln  bläst  und  die  Trommel  rührt,  gibt
man  das  Geleite.  Man  legt  Feuer  an,  verbrennt  das  Holz  und
lässt  dann  den  Leichnam  in  das  Wasser  fallen.  Bei  Vornehmen
und  Geringen  ist  alles  dasselbe.  Bloss  bei  dem  Könige  des
Reiches  fasst  man  nach  der  Verbrennung  die  Asche  zusammen,
legt  sie  in  einen  goldenen  Krug  und  verwahrt  diesen  unter
dem  Dache  des  Ahnentempels.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.