Die fremdländischen Reiche zu den Zeiten der Sui.
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Männer und Frauen umwickeln das Haupthaar mit weissen
Hanfschnüren und winden diese in Krümmungen vom Nacken
bis zu der Stirn. Die jungen Männer gebrauchen Fittige als
Mützen, putzen sich mit Perlen und Muscheln auf und tragen
Zierathen von rother Wolle. Gestalt und Zuschnitt sind nicht
gleich.
Die Frauen verfertigen aus florenem Blumenwerk und
weissem Tuch Kopfbedeckungen, welche ein rechtwinkeliges
Viereck bilden. Sie weben den Bast des Teu-leu 1 zugleich
mit Hanf von vermischten Farben und vermischte Federn zu
Kleidern. Deren Zuschnitt ist nicht ein und derselbe. Aus
zusammengenähten Federn und herabhängenden Seeschnecken
verfertigen sie Schmuck, wobei vermischte Farben zwischen
einander sich befinden. Sie lassen kleine Muscheln herabhängen.
Deren Ton ist gleich demjenigen der Gürtelsteine. Sie nähen
Ohrringe zusammen und gebrauchen Armbänder. Sie hängen
Perlen an den Hals, weben aus Schminkbohnenstroh Plüte und
schmücken diese mit Federn.
Man hat Messer, Lanzen, Pfeilspitzen, Schwerter und
Dolche. Die Gegend ist arm an Eisen. Die Klingen sind
dünn und klein. Man nimmt für sie häufig Bein und Horn
als Aushilfe. Zusammengehefteter Hanf dient zu Panzern.
Bisweilen verwendet man Bären- und Leopardenfelle.
Der König besteigt ein hölzernes vierfüssiges Thier und
zieht einher, indem er es durch die Leute seiner Umgehung
wie eine Sänfte tragen lässt. Sein Gefolge besteht aus nicht
mehr als einigen Zehenden von Menschen. Die kleinen Könige
besteigen eine Bank, welche so geschnitzt ist, dass sie die Gestalt
eines vierfüssigen Thieres hat.
Die Menschen des Reiches lieben es, sich gegenseitig anzugreifen.
Sie sind kühn, stark und geschickt im Laufen. Sie
haben ein zähes Leben und ertragen Wunden.
Die ,Schluchten' bilden je eine Äbtheilung. Diese Abtbeilungen
kommen einander nicht zu Hilfe. Wenn zwei
Schlachtreihen auf einander treffen, springen drei bis fünf
Muthige mit Geschrei hervor, wechseln Worte und schmähen
einander. Dabei greift man sich gegenseitig an und schiesst
1 Der oben erwähnte Baum.