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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Die  fremdländischen  Reiche  zu  den  Zeiten  der  Sui.

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Männer  und  Frauen  umwickeln  das  Haupthaar  mit  weissen
Hanfschnüren  und  winden  diese  in  Krümmungen  vom  Nacken
bis  zu  der  Stirn.  Die  jungen  Männer  gebrauchen  Fittige  als
Mützen,  putzen  sich  mit  Perlen  und  Muscheln  auf  und  tragen
Zierathen  von  rother  Wolle.  Gestalt  und  Zuschnitt  sind  nicht
gleich.
Die  Frauen  verfertigen  aus  florenem  Blumenwerk  und
weissem  Tuch  Kopfbedeckungen,  welche  ein  rechtwinkeliges
Viereck  bilden.  Sie  weben  den  Bast  des  Teu-leu 1  zugleich
mit  Hanf  von  vermischten  Farben  und  vermischte  Federn  zu
Kleidern.  Deren  Zuschnitt  ist  nicht  ein  und  derselbe.  Aus
zusammengenähten  Federn  und  herabhängenden  Seeschnecken
verfertigen  sie  Schmuck,  wobei  vermischte  Farben  zwischen
einander  sich  befinden.  Sie  lassen  kleine  Muscheln  herabhängen.
Deren  Ton  ist  gleich  demjenigen  der  Gürtelsteine.  Sie  nähen
Ohrringe  zusammen  und  gebrauchen  Armbänder.  Sie  hängen
Perlen  an  den  Hals,  weben  aus  Schminkbohnenstroh  Plüte  und
schmücken  diese  mit  Federn.
Man  hat  Messer,  Lanzen,  Pfeilspitzen,  Schwerter  und
Dolche.  Die  Gegend  ist  arm  an  Eisen.  Die  Klingen  sind
dünn  und  klein.  Man  nimmt  für  sie  häufig  Bein  und  Horn
als  Aushilfe.  Zusammengehefteter  Hanf  dient  zu  Panzern.
Bisweilen  verwendet  man  Bären-  und  Leopardenfelle.
Der  König  besteigt  ein  hölzernes  vierfüssiges  Thier  und
zieht  einher,  indem  er  es  durch  die  Leute  seiner  Umgehung
wie  eine  Sänfte  tragen  lässt.  Sein  Gefolge  besteht  aus  nicht
mehr  als  einigen  Zehenden  von  Menschen.  Die  kleinen  Könige
besteigen  eine  Bank,  welche  so  geschnitzt  ist,  dass  sie  die  Gestalt ­
  eines  vierfüssigen  Thieres  hat.
Die  Menschen  des  Reiches  lieben  es,  sich  gegenseitig  anzugreifen.
  Sie  sind  kühn,  stark  und  geschickt  im  Laufen.  Sie
haben  ein  zähes  Leben  und  ertragen  Wunden.
Die  ,Schluchten'  bilden  je  eine  Äbtheilung.  Diese  Abtbeilungen ­
  kommen  einander  nicht  zu  Hilfe.  Wenn  zwei
Schlachtreihen  auf  einander  treffen,  springen  drei  bis  fünf
Muthige  mit  Geschrei  hervor,  wechseln  Worte  und  schmähen
einander.  Dabei  greift  man  sich  gegenseitig  an  und  schiesst

1  Der  oben  erwähnte  Baum.
            
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