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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Anforderungen,  die  jetzt  au  eine  solche  gestellt  werden  können,
gerecht  werde.  Dies  beantwortet  nun  Segura  in  bejahender,  für
das  Compendium  sehr  ehrender  Weise;  es  enthalte  den  besten
bisher  aufgestellten  Cyclus  und  reducire  die  Unzukömmlichkeiten, ­
  welche  jede  cyclische  Rechnung  ihrer  Natur  nach  mit
sich  bringen  müsse,  auf  das  geringste  Mass.  —  Leider  war
mir  das  Gutachten  von  Salamanca  nicht  zugänglich;  1  es
scheint  nicht  so  günstig  gelautet  zu  haben,  denn  König  Philipp,
welcher  am  13.  Jänner  1580  die  beiden  Universitätsgutachten,
sowie  die  Arbeit  des  Turiani  überschickt,  äussert  sich  sehr
kühl  dem  Plane  des  Papstes  gegenüber.  Allerdings  ist  er  mit
der  Vornahme  der  Reform  einverstanden,  aber  er  bittet,  man
möge  dieselbe  so  vornehmen,  dass  keine  neuen  Breviere  und
Missale  mehr  gedruckt  zu  werden  brauchen;  schon  bei  der
durch  Pius  V.  vorgenommenen  Aenderung  sei  es  hie  und  da  sehr
schwer  geworden,  die  Anschaffung  der  neuen  Bücher  zu  besorgen;
jetzt  nach  so  kurzer  Zeit  darauf  könnten  derlei  Auslagen  von
vielen  Kirchen  seines  Reiches  sicher  nicht  bestritten  werden.
Recht  unbedeutend  nehmen  sich  neben  dem  eben  geschilderten ­
  Gutachten  die  anderer  gelehrter  Genossenschaften  aus,
am  unbedeutendsten  wohl  das,  welches  die  Genueser  Mathematiker ­
  im  Aufträge  der  Republik  verfassten. 2  Ueber  den
neuen  Mondcyclus  wissen  sie  gar  nichts  zu  sagen,  mit  völligem
Stillschweigen  wird  diese  wichtige  Seite  der  Reform  übergangen;
dagegen  sind  sie  wider  die  Auslassung  von  10  Tagen,  da  sie
durch  sie  Verwirrung  und  Tumulte  befürchten;  sie  weisen  darauf
hin,  dass  Kaiser  Augustus  nicht  einmal  gewagt  habe,  3  Tage
auf  einmal  auszulassen,  und  dass  das  Concil  von  Basel,  um  den
Cyclus  der  Ferialbuchstaben  nicht  zu  stören,  sich  nur  zur  Ausmerzung ­
  von  7  Tagen  entschliessen  konnte.  Diesem  letzteren
Modus  reden  auch  sie  das  Wort  und  meinen,  den  noch  übrigbleibenden ­
  Rest  des  Fehlers  von  3  Tagen  werden  die  von
Gregor  XIII.  berufenen  Mathematiker  schon  auf  irgend  eine
Weise  beseitigen  können! 3
1  Der  dasselbe  enthaltende  Cod.  Vatic.  7049  wurde  mir,  ,weil  er  arg  beschädigt ­
  sei 1 ,  nicht  gegeben.
2  Cod.  Vatic.  5645.  fol.  112.
3  Neben  dem  Gutachten  dieser  Mathematiker  schickte  die  Republik  auch
die  in  ihrem  Aufträge  von  dem  Juden  Zacharias  Levita  abgefassten
            
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