Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Ueber  die  Alexandreis  Ulrichs  von  Eschenbach.

401

vorher  erst  einiges  erzählen,  was  vor  Darias  geschah  und  er
erzählt  denn  (985—1154)  von  Nabuchodonosor,  der  eine  goldene
Säule  aufstellen  liess  (Dan.  III,  1  ff.),  der  Jerusalem  einnahm
und  die  Juden  nach  Babilon  führte  (Reg.  IV,  25),  wobei  nur
Golodias  mit  wenigen  zurückblieb  —  diesem  Abschnitt  folgt  eine
geistliche  Auslegung,  —  dann  die  drei  Jünglinge  im  Feuerofen,
(Dan.  III,  12  ff.)  und  wie  der  König  einem  Ochsen  gleich
sieben  Jahre  lang  lebte,  bis  er  auf  Daniels  Gebet  wieder  seine
Gestalt  erhielt  (Dan.  IV,  22  ff.)
Als  Alexander  in  Jerusalem  war,  besuchte  er  auch  den
Tempel,  und  da  weiss  denn  Ulrich,  dass  ihm  der  bischof  gesagt
hat,  wie  lange  Salomon  daran  baute,  nämlich  vierundvierzig
Jahre  (5359).  Nach  Reg.  III,  6,  37  ff.  wurde  aber  der  Salomonische ­
  Tempel  in  sieben  Jahren  gebaut,  der  zweite  (instar
prioris)  nach  Job.  II,  20  in  sechsundvierzig  Jahren.
Vor  dem  Kampfe  der  kleinen  Schar  Alexanders  mit  dem
Heere  des  Darius  erzählt  Ulrich,  wie  Gedeon  mit  wenigen
viele  schlug  (7158—7247)  und  ähnlich  vor  dem  Kampfe  mit
dem  riesigen  Geon  den  Kampf  zwischen  David  und  Goliath
(12903-13012).
Doch  auch  vorher  hat  Ulrich  noch  Gelegenheit  seine
Bibelkenntniss  anzubringen.  Bei  der  Beschreibung  des  Schildes
des  Darius  befleissigt  er  sich  grosser  Ausführlichkeit.  Daselbst
ist  der  Thurmbau  von  Babel  samint  der  Sprachverwirrung  abg'ebildet
  (7616—7636,  Gen.  XI,  3)  wobei  Ulrich  nach  Tradition
den  Nemrot  als  Urheber  des  Thurmbaues  anführt;  dort  ist
auch  die  Einnahme  Jerusalems  abgebildet,  (7637'—7681  Ulrich
folgt  diesmal  Jerem.  38  ff.),  während  der  Maler  übergangen
hat,  wie  Nabuchodonosor  ein  Ochse  war.  Doch  hat  er  wieder
den  Evilmoradach  dargestellt,  der  den  Leichnam  seines  Vaters
den  Geiern  zum  Frasse  gab  (7688—7708  vgl.  Petrus  Comestor
hist.  lib.  Dan.  5).
Noch  breiter  ergeht  sich  Ulrich  in  der  Schilderung  des
Grabmales  der  Gattin  des  Darius  (11129—11820).  Er  folgt
dabei  im  Anfang  durchaus  der  Genesis  und  zwar  hat  er  davon
benutzt:  I,  1—9.  11.  14.  19.  20.  26.  II,  8.  21.  22.  16.  17.  2.
RJ,  1—6.  23—24.  IV,  1—-2.  4.  (Ulrich  hat  hier  inflamcivit
Deus  super  Abel  ....  gelesen).  8.  19  (Lamech  heisst  ein
bruoder  des  Kain,  während  er  doch  erst  in  7..  Generation  von
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.