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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreform.

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nöthigen  Angaben  für  die  Bestimmungen  des  Osterfestes  bearbeitet ­
  und  durch  den  Druck  verbreitet  werden.  —  König
Heinrich  von  Portugal  schickte  mit  Brief  dat.  Lissabon,  27.  Februar ­
  1579,  die  Gutachten  seiner  Gelehrten  an  Gregor  XIII.;
er  muss  von  ihrem  Inhalte  Kenntniss  erhalten  haben,  denn  er
enthält  sich  jedes  Lobes  über  den  Kalenderentwurf;  als  nüchterner ­
  kurzer  Begleitschein  gibt  sich  das  königliche  Schreiben,
welches  die  zwei  absprechendsten  Beurtheilungen  nach  Rom
brachte.
Viel  grösseres  Gewicht  als  diesen  Einzelnurtheilen  musste
natürlich  den  Gutachten  der  aufgeforderten  Universitäten
beigelegt  werden,  von  denen  Paris,  Wien,  Löwen,  Cöln,  Genua,
Alcala  und  Salamanca  Judicia  einschickten.  Sehr  mannigfachen
Inhalts  und  sehr  mannigfachen  Werthes,  zeigen  auch  sie  keineswegs ­
  Uebereinstimmung  mit  dem  geplanten  Unternehmen,  was
theils  auf  Einzelnheiten,  theils  auf  principiellen  Anschauungen
beruht,  theils  auch  in  der  Sucht  begründet  ist,  nicht  rein  zu
loben,  sondern  daneben  auch  eigene,  mühsam  herausgeholte
Ansichten  zu  produciren.  Am  willkommensten  wird  der  Commission ­
  das  Gutachten  von  Alcala  gewesen  sein. 1  Die  Universität ­
  hatte  in  ihrer  Gesammtsitzung  vom  1.  April  1578,  dem
Aufträge  König  Philipps  entsprechend,  dem  Doctor  Segura
die  Beurtheilung  des  Compendiums  übertragen,  die  er  in  sehr
einfacher  und  klarer  Weise  vornimmt.  Nach  einer  erschöpfenden
Darlegung  des  Kalenderwesens  geht  er  sehr  geschickt  auf  den
eigentlichen  Gegenstand  über,  indem  er,  anknüpfend  an  die
früheren  Reform  versuche,  die  Undurchführbarkeit  der  namentlich
zur  Zeit  des  Lateranensischen  Concils  ausgesprochenen  Grundsätze ­
  darlegt  und  damit  auch  dem  im  Entwürfe  festgehaltenen
cyclischen  Wesen  in  beredter  Weise  das  Wort  spricht.  Da  also
aus  Ehrfurcht  vor  dem  Althergebrachten,  und  vornehmlich  deshalb, ­
  weil  die  Benützung  der  astronomischen  Tafeln  Ungleichmässigkeit
  hervorruft  und  zufolge  der  ihnen  noch  immer  anhaftenden ­
  Unsicherheit  auch  keine  untrügliche  Genauigkeit
schaffen  könnte,  die  cyclische  Rechnung  beibehalten  werden
müsse,  so  sei  das  Compendium  darauf  zu  prüfen,  ob  es  den

1  Cod.  Vatic.  7048.  ,Universitas  Complutensis:  Pro  nova  ratione  restituendi
Kalendarium. 4
Sitzungßber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCVII.  Bd.  I.  Hft.

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