Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

392

Toischer.

Er  erzählt  dann,  Alexander  habe  einen  prassidis  gehabt,
der  bewirkte,  dass  er  zu  allen  Zeiten  siegreich  war.
Vers  26159  ff.  heisst  es  dann:
Als  uns  bischof  Albreht  gibt
von  Köln,  wunderlich  geschiht
geschach:  sin  schrift  bewist,  uns  des.
Alexander  habe  eines  Tages  im  Euphrat  gebadet.  Er
hatte  alle  seine  Kleider  am  Ufer  niedergelegt  und  während  er
badete,  sah  er,  wie  eine  grosse  Natter  aus  dem  Wasser  schoss
und  seinen  Prassidis  aus  dem  Gürtel,  worin  er  befestigt  war,
herausbiss.  ■  Die  Natter  fuhr  mit  dem  Steine  zurück  in  den
Strom  und  Alexander  wusste,  dass  das  Unglück  bedeute.
Aristes  gibt  ihm  auch  die  Deutung  des  Vorganges:  der  Prassidis ­
  bedeutet  Alexanders  edles  Herz,  die  Natter  Gift,  durch
welches  Alexander  sterben  müsse.
Die  Quelle  für  diese  Geschichte  1  ist  Alberti  Magni  philosophorum
  maximi  de  mineralibus  libri  quinque,  II,  14  (Ausgabe
Auguste  Vindelicorum  MDXIX):  Prassius  .  .  .  preciosus  esse
dicitur  eo  quod  victores  facit  et  a  veneno  preseruat.  Narrat[ur]
autem  licet  fdbule  sit  simile,  quod  Alexander  macedonius  hoc
lapide  sub  cingio  suo  in  prelio  vtebatur,  cumque  reuerteretur  ab
india  et  vellet  lauari  in  eufrate  deposito  sub  cingio  morsu  serpens
casu  precidit,  lapidem,  et  euomit  eum  in  eufrate:  et  de  hoc  mentionem
  dicitur  Aristoteles  fecisse  in  libro  de  natura  serpentum,  qui
liber  ad  nos  non  peruerdt.
Albertus  Magnus,  geboren  1193,  war  schon  vor  seiner
Lehrthätigkeit  in  Paris  (d.  i.  vor  1245)  in  Köln,  kehrte  im
Herbst  1248  von  Paris  wieder  nach  Köln  zurück  und  blieb
dort  bis  1254.  Dann  war  er  wieder  dort  1258,  aber  schon
1259  wurde  er  zur  bischöflichen  Würde  erhoben  mit  dem  Sitze
in  Regensburg.  Er  blieb  aber  nur  zwei  Jahre  Bischof  von
Regensburg  und  kehrte  dann  wieder  nach  Köln  zurück  und
blieb  dort,  wenn  auch  mit  Unterbrechungen,  bis  zu  seinem
Tode  1280  (s.  Allgemeine  Deutsche  Biographie  I,  186  ff).
Der  berühmte  Bischof  kann  also  sehr  wohl  von  Ulrich
Bischof  von  Köln  genannt  werden,  wenn  er  dies  auch  in  Wirk-1

  Vgl.  das  Steinbuch  von  Volmar,  herausgegeben  von  H.  Lambel  (Heilbronn
  .1877),  V.  515—536  und  L.nnbels  Anmerkung  zu  der  Stelle.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.