Ueber die Alexandreis Ulrichs von Eschenbach.
391
von unsichtbaren Geistern geprügelt wird. Diese Stelle ist
auch in die ursprüngliche Gestalt der Hdp. übergegangen
(B 213 l) ): Illi autem accedentes propius exierunt demones et
flagellarunt eos. In der späteren Recension (D) ist das aber
geändert. Darnach wird der Mann, der sich den Bäumen
nähert, von einem unsichtbaren bösen Geiste getödtet. —
Dass aus den unsichtbaren Geistern, die Schläge austheilen,
allmählich ein Zwergkönig wurde, der dadurch, dass er selbst
unsichtbar Schläge austheilt, dem König seine ungetreuen Leute
verrätb; das scheint mir keineswegs ein allzu weiter Weg,
wenn sich auch nicht in der Phantasie eines Dichters aus der
Vorlage etwa der Hdp. unmittelbar die reizenden Gestalten
entwickelt haben können, wie sie von Ulrich vorgeführt werden.
Doch kehren wir wieder zurück und suchen wir die Quellen
für jene Geschichten zu finden, für die sich Ulrich auf bestimmte
Autoren beruft. Da ist der
Lucidarins
einmal citiert, 193G0 ff.:
vil liute für in kämen,
der gestalt was in wilde,
manigerhande bilde
such du der künic unverzagt,
da von uns Lucidarius sagt.
Man sieht schon an dem sehr allgemein gehaltenen Gitat,
dass Ulrich von diesem Werke nicht viel mehr als den Titel
kannte.
Albertus Magnus.
Vers 24274 ff. sagt Ulrich:
ich hdn in einem buoch vernoinen
als uns ein lierre ze teilen tuot,
der ouch herze unde muot
an alle tugent höret,
der geschrift wol geleret,
von Köln der bischof Älbrelit.
wir haben5 da für er schribe uns reht.
25*