Ueber die Alexandreis Ulrichs von Esclienbach.
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nur dass auch da seine untreuen man die Kette halten und fallen
lassen. Vollständig stimmt mit Ulrich Jansen der Enenkel 1
überein, nur dass der nicht der Meinung ist, die Königin sei
bloss zu schwach gewesen, sondern sie wirklich als untreu hinstellt,
und dass Alexander nicht den Hahn sondern die Katze
erwürgt — unbedeutende Differenzen, wie sie sich bei mündlicher
Ueberlieferung immer ergeben.
Auch die Darstellung Ulrichs von Alexanders Fahrt in
die Luft stimmt am meisten mit Enenkel überein. Er erzählt
(24681—24832), Alexander wollte auch die Wunder der Luft
kennen lernen. Porus hatte zwei Greife, die so abgerichtet
waren, dass man sie mit Fleisch lenken konnte, wohin man
wollte. Alexander liess sich nun einen Sitz machen, und diesen
mittelst Ketten an den Greifen befestigen und über sich an
einer hohen Stange zwei äs anbringen. Da ei’hoben sich die
Greifen hoch in die Luft, so hoch das ihm die Erde vorkam
wie ein kleiner Hut, der auf dem Wasser schwimmt, so dass
er zu fürchten begann, wo ihn die Greifen wieder absetzen
könnten, denn er dachte nicht, dass er dort unten Platz habe.
Da sah er cd der ivelde ort. Müdigkeit und grosse Plitze zwang
die Greifen, ihren Flug abwärts zu lenken und sie Hessen sich
auf ein Castell nieder, das der Königin Candazis gehörte.
Gerade in deren grasegarten kamen sie zur Erde. Die Königin
stand an einem Fenster, sah Alexander und eilte rasch in den
Garten um ihren Geliebten gar minnecliche zu empfangen. Er
blieb einige Zeit bei ihr, dann verschafft sie ihm ein ml guot
phert, gibt ihm boten mit, spricht ihm vil sile^en segen nach
und so gelangt Alexander wieder zu seinem Heere.
Der erste Theil dieser Geschichte stimmt ganz mit Hdp.
überein (B 218% vgl. Psk. II. 41 LC.) und Ulrich {jeruft
sich da auch zweimal auf die cronlce (24692—24708). Mit
Enenkel stimmt dann noch überein, dass .Alexander hoch
in den Lüften die Erde wie ein Hut, der auf dem Wasser
schwimmt, vorkommt, so dass er Sorge hat, wo er sich nieder-1
Ich benutzte davon den cod. germ. fol. 927 der königlichen Bibliothek
in Berlin, wo diese Geschichte f. 136°—137 d steht, worauf sofort die
Fahrt in die Luft erfolgt. Enenkel woiss von Alexander nichts, als seine
Fahrt zum Paradies, das Hinabsteigen ins Meer und die Auffahrt in die
Luft, und den Besuch bei den Bäumen der Sonne und dos Mondes.
Sitznngabor. d. pMl.-hUt. CI. XCVII. Bd. II. Ilft. 25