Ueber die Alexandreis Ulrichs von Esclienbacli.
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ist auch die Gestalt des Steines, und vor allem dass dort nur
ein quidam diesen überreicht, hier Elias und Enoch.
In orientalischer Erzählung ist der Geber des Steines
fast immer benannt. ,Nisdmi erzählt nämlich, dass Iskender
bei seiner Rückkehr aus der Finsternis von seinem angeblichen
Suchen nach dem Wasser des Lebens von Serosch einen Stein
erhalten habe. Dieser Stein sei nach seiner Rückkehr ans
Licht so schwer geworden, dass man ihn mit nichts aufwägen
konnte, bis man endlich Staub brachte, der mit ihm gleich
wog:' Fr. Spiegel, die Alexandersage bei den Orientalen
(Leipzig 1851), S. 62 ff. Ausführlich hat darüber gehandelt
Heinemannus Vogelstein, Adnotationes quaedam ex litteris orientalibus
petitae ad fabulas, quae de Alexandro magno circumferuntur
(Vratislawiae 1865) S. 12 ff. Elias soll mit Chidr (Khisr)
zugleich die Quelle des Lebens gefunden haben (Vogelstein S. 17)
in anderen orientalischen Fabeln ist Elias ganz an die Stelle des
Chidr getreten. Ein Henoch kommt bei Lambert li Tors vor,
dieser hat aber mit dem biblischen nur den Namen gemein, ist
sonst eher dem Koch Andreas zu vergleichen. Im Talmud sind
die Geber des Steines nur überhaupt Bewohner des Paradieses.
Doch wir brauchen ja nicht in den Orient zu gehen, um
eine Erklärung dafür zu finden, dass bei Ulrich diese bestimmten
Persönlichkeiten genannt sind. Man braucht nur zu
bedenken, dass nach allgemeiner mittelalterlicher Anschauung
Elias und Enoch im Paradiese warten bis zum jüngsten Gericht
oder bis zur Ankunft des Antikrists, dem sie entgegentreten
werden (Ulrich 24560 ff.), vgl. Muspilli 37 ff. und dazu MSD 2
270. Ja man dachte sie sich gern als Pförtner des Paradieses,
vgl. St. Brandanus, bei Bruns, rom. und andere Gedichte in
altplattdeutscher Sprache (Berlin 1798), S. 159; St. Brandan
herausgegeben von C. Schröder, Erlangen 1877, S. 62 und
dessen Anmerkung S. 106 f. 170, und etwa noch Godfried
von Viterbo, bei Pistorius Germ. Script. II, 58 ff. So konnte
also bei mündlicher Ueberlieferung leicht die bestimmte Persönlichkeit
des Elias und seines Genossen an die Stelle des unbestimmten
Gebers treten '. Bei der mündlichen Ueberlieferung
1 Zumal in Böhmen. Denn bei den Slaven war Elias besonders beliebt, s
Gr. Myth. 157 ff. Zs. f. d. A. XII, 353.