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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Toischer.

seinen  ,Prosaroman', 1  der  den  md.  des  Meister  Babiloth  weit
überflügelte  an  Verbreitung-  und  Beliebtheit,  eine  Hs.  vor  sich
gehabt,  die  der  Bamberger  sehr  ähnlich  war.  Nur  hat  die
alte  fabelhafte  Geschichte  im  Laufe  der  Jahrhunderte  einen
neuen  Verfasser  in  der  Person  des  heiligen  Eusebius  bekommen,
und  fand,  durch  diese  Autorität  gestützt,  wieder  lauge  Glauben.
Man  möge  diese  Abschweifung  entschuldigen,  ich  musste
die  verschiedenen  Bearbeitungen  der  Hdp.,  so  weit  sie  mir
nur  immer  zugänglich  waren,  zur  Vergleichung  heranziehen,
weil  jeder  einzelne  Text  derselben  so  sehr  zweifelhaft  ist  und
ich  mich  mit  der  ersten  besten  Fassung  nicht  zufrieden  geben
wollte,  etwa  ,da  offenbar  auch'  Ulrich  von  Eschenbach  ,eine
kritische  Ausgabe  der  Historia  noch  nicht  vorlag'.  Es  kommt
ja  gerade  darauf  an  zu  bestimmen,  in  welcher  Gestalt  ihm
dieser  Proteus  vorlag  und  wie  viel  er  ihm  verdankte.  Die
obige  Zusammenstellung  beweist  zugleich,  dass  die  Fassung
der  Hdp.,  wie  sie  die  alten  Drucke  bieten,  mit  ihren  Veränderungen ­
  und  Interpolationen  für  die  Litteraturgeschichte  von
grosser  Bedeutung  ist,  wenn  sie  auch  für  die  Frage  nach  dem
echten  ursprünglichen  Text  so  gut  wie  gar  nicht  in  Betracht
kommt,  wie  dies  Zacher  längst  gesehen  und  wiederholt  ausgesprochen ­
  hat  (Psk.  S.  110.  Zs.  f.  d.  Ph.  X,  94.  vgl.  auch
Sitzungsberichte  der  Wienei-  Akad.  XCIII,  81).
In  dem  ersten  Abschnitt  des  X.  Buches  (A,  wie  ich  sie
oben  S.  324  abgrenzte)  hält  sich  Ulrich,  so  weit  ich  sehe,  streng
an  die  Hdp.  Es  hat  da  beinahe  den  Anschein,  als  ob  ihm  dabei
eine  gewisse  Angst  überkommen  hätte  vor  der  Fülle  des
Stoffes,  die  er  noch  zu  bearbeiten  hatte  in  dem  einen  Buche.
Die  Erzählung  schreitet  meist  in  kurzen  Sätzen  fort,  er  flicht
hie  und  da  eine  Bemerkung  ein,  aber  sonst  ist  er  für  grosse
Strecken  nur  Uebersetzer.  Vielfach  wird  zusammengezogen,
1  Ich  benützte  davon  den  zweiten  Druck,  Augspurg  Anno  lxxiij  (1473),
Fol.,  169  Blätter,  auf  der  königlichen  Bibliothek  in  Berlin.  Wie  er  in
der  Einleitung  sagt,  hat  Albveclit  lierzog  in  payren  .  .  .  und  dessen  gemahel
fraio  Anna  von  praunschweick  von  ihrem  undertan  begert  und  gebotten
Das  büch  des  grossen  Allexanders  ze  teiitsch  machen  nach  de  waren  text
Nicht  hindan  noch  dar  zu  zu  seczen  des  hab  ich  mich  verwilligt.  .  .  Doch
hat  er  dies  nicht  eingehalten,  sondern  gar  oft  kann  er  es  nicht  unterlassen, ­
  seine  abstruse  Weisheit  leuchten  zu  lassen  und  den  waren  text
damit  aufzuputzen.  Vgl.  Gervinus  II, 5  346.
            
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