368
Toischer.
sind übrigens auch in Deutschland nicht selten. Der Hauptunterschied
dieser Recension von der früheren — ich will die
eine mit D (Drucke), die andere mit B (Bamberger Hs.) bezeichnen
— besteht darin, dass in D in die ursprüngliche Geschichte
die Anhängsel, wie sie sich in der Bamberger Hs.
finden, hineingearbeitet sind, wobei nur das Commonitorium
wenig Berücksichtigung fand, dagegen der Brief an Aristoteles
sowie der an Olimpias vollständig in Erzählung aufgelöst
wurden. Von anderen Zusätzen ist namentlich der Einzug Alexanders
in Jerusalem hinzugekommen. Andere kleinere Interpolationen
scheinen erst später von verschiedenen Schreibern
eingeschmuggelt, da darin selbst die Drucke Differenzen zeigen,
deren jeder seine Besonderheiten hat, die im anderen nicht
stehen.
Diese Recension (D) lag vielleicht schon dem Gu. vor,
da auch er den Einzug Alexanders in Jerusalem erzählt. Freilich
ist das eine Episode, die von den verschiedensten Schriftstellern
des Mittelalters immer wieder erzählt wurde, und entscheidend
für Gu. darum nur die wörtlichen Uebereinstimmungen
mit der Hdp. Ich will bei meinen beschränkten Mitteln den
Beweis erst gar nicht versuchen. Sicher hat Qualichinus de
Spoletö 1 diese Fassung benützt (1236), und darnach die deutsche
Bearbeitung desselben, wovon sich eine Hs. in Wernigerode
findet. 2 Von deutschen Dichtern hat sie auch Ulrich von
1 Vgl. Zaclier, Zeitschrift für deutsche Philologie X, 93 f. und Wiener
Jahrbücher für Lit. 57, Anz, Blatt 13 ff. Ich benützte die Hs. der
königl. Bibi, in Berlin Ms. tlieol. lat. f. 194, wo das Werk des Qual,
sich auf f. 105 c —126 d befindet. Es stimmt am meisten mit dem Strassbnrger
Drucke überein. Wie dieser, weiss Q. z. B. bei dem grossen
Schneefalle (Ep. ad Arist. bei Paulini S. 42, Bamb. Hs. 232 d , s. Zacher
Psk., S. 160) nichts davon, dass Alexander dabei einen vor Kälte halb
erstarrten alten Soldaten das Leben rettet, wie im Utrechter Druck steht
(Valerius Max. V, 1, Ext. 1. Ulrich 22195—22202); während er, wie der
Strassburger Druck die Geschichte von dem Basilisken erzählt (f. 120 b ),
den Alexander durch einen vorgehaltenen Spiegel tödtet (s. Gesta Romanorum
bei Oesterley S. 493, cap. 139), wovon im Utrechter Druck wie
bei Ulrich nichts steht.
2 S. Zacher, Zeitschr. X, 96. Ich war auf diese Hs. schon vor dem Erscheinen
dieser ersten Nachricht über das bisher unbekannte Gedicht
aufmerksam geworden. Da Förstemann, die gräflich Stolberg'sche Bibliothek
in Wernigerode, S. 102 nur sagt, es sei das Gedicht, das diese Hs.