Ueber die Alexandreis Ulrichs von Eschenbach.
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Ich habe die Bamberger Hs. in einer Abschrift des Herrn
Dr. Oswald Zingerle benützen können, dem ich dafür zu grossem
Danke verpflichtet bin (über die Hs. s. Waitz in Pertz Archiv
IX, 673—703). Dass die Münchner Hs. (cod. Mon. lat. 23489)
damit vielfach übereinstimmt, sehe ich aus den Anführungen
Zachers im Psk. Im einzelnen freilich weichen schon diese
beiden Hss. stark von einander ab, da der Schreiber der
Bamberger Hs. sein barbarisches Latein in die von ihm abgeschriebenen
Stücke hineinbringt und sich auch andere Aenderungen
erlaubt, wie Waitz a. a. 0. nachgewiesen hat, wo auch
gezeigt ist, dass Ekkehardus Uraugiensis (MM. G. VIII, 60—75)
für die ausführliche Darstellung der Geschichte Alexanders eben
diese Hs. benützte.
Es steht in dieser Hs. zuerst die eigentliche Hdp. (193“—
219°), der Auszug aus Pseudokallisthenes von dem Archipresbyter
Leo. Um den Inhalt nach einem bekannten Werke kurz
zu bezeichnen, ist das (abgesehen vom Anfang) ungefähr so
viel und fast genau in der Ordnung, wie die Erzählung des
Pfaffen Lamprecht bis V. 6434, von wo an er, respective Elberich
von Bisenzun (bis zum Schlüsse 7151), dem Iter ad
Paradisum folgt, während in der Hdp. der Brief der Olimpiäs
noch fortgeht und dann Alexanders Tod erzählt wird (Bamberger
Hs. 216°—219°). Nur die Episode von den Mädchenbluraen
(5004—5205) findet sich bekanntlich in Hdp. nicht.
Auf die Hdp. folgt in der Bamberger Hs. das commonitorium
Palladii (219 d '—223 c ), dann der Briefwechsel Alexanders
mit dem Brachmanenkönig Dindimus (—228“') und den Schluss
macht der Brief Alexanders an Aristoteles (—235 d ). Dieser
Brief ist als ein Werk des Cornelius Nepos herausgegeben von
Andreas Paulini: Alexandri Magni epistola de situ Indiae etc. ad
Aristotelem . . . Gisac 1706. S. über diese Werke Zacher Psk.
106 fg.
Die Hdp. wurde im 15. Jahrhundert in Utrecht und Strassburg
in vielen Auflagen gedruckt. Ich benützte die ed. prima
trajectana 1473 und den Strassburger Druck von 1489, von
beiden die Exemplare der königlichen Bibliothek in Berlin.
Ueber die Pariser Hss., die mit diesen Drucken iibereinstimmen
sollen, habe ich nichts in Erfahrung gebracht, als was
Morel-Patio in der Romania IV, 60 mittheilt. Hss. dieser Art