Ueber die Alexandreiß Ulrichs von Eschenbach.
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bei der Zerstörung von Theben aber weiss er, dass die Herzogin
allein verschont blieb, 1 und bei der Einnahme von Sudraca
lässt er, trotz der gegentheiligen Versicherung des Gu. (IX, 448),
alle Frauen mit dem Leben davonkommen (20706 ff.). Ja
noch mehr. Diese heidenin können sogar selig werden, wie er
wenigstens von der Olympias erwartet (227 ff.):
ivie sie ein heidnin si gewesen,
ich hoffe da$ sie si genesen
von ir triwe, der sie was riclie,
mit Adam im himelriche 2
während er bei all den Schlachten nur zu melden weiss, dass
durch die Gefallenen die Hölle erfreut wurde (5872. 7836):
ja am Tage hei Arbela fielen die Seelen so dicht in die Hölle
wie Schneeflocken und Hagel zur Erde (14101—14104).
Nun hatte für einen so minniglichen Sänger, der so sehr
von den Vorzügen der Frauen begeistert ist, die Vorlage einen
grossen Fehler. Im Gedichte des Gu. herrscht durchaus
Mangel an Frauengestalten. Handelnd tritt dort nur eine Frau
auf, die Königin der Amazonen, die mit einem etwas absonderlichen
Verlangen zu Alexander kommt, 3 allenfalls noch Sisygambis,
die Mutter des Darius, die als Gefangene bei Alexander
durch ihre Fürbitte Uxia vor der Zerstörung rettet (VI, 115 ff.)
und die (namenlose) Gattin des Darius, die durch ihren Tod
Veranlassung zum Bau eines prächtigen Grabmales gibt.
1 Sie hatte sich während der Belagerung in Alexander verliebt und dieser
verheirathet sie dann mit Joran.
2 Doch vgl. auch 4028 ff.: mich riuwet noch da% werde wtp (Dulcamür) . .
da% sie dne touf vertarp.
3 Ulrich hat es sich nicht entgehen lassen, diese Scene recht pikant auszuführen.
Alexander tritt ihr bei der Ankunft entgegen, um sie zu
empfangen. Er und die Seinen verwundern sich über diese Gestalten,
doch werden sie und ihre Rosse in guot (jemach gebracht. Die Königin
Thalestris kommt erst nach vielen Höflichkeiten mit ihrem Anliegen
heraus (Gu. VIII, 38 sagt sie sogleich auf die erste Frage Se venisse . .
nt pleno ventre regressa . . pariat . .), Alexander weigert sich, ihrem Begehren
nachzukommen, seine Lage ist freilich auch schlimm, denn kurz
vorher hat er sich mit Roxa vermählt und seiner frouwe Candacis Treue
gelobt (wovon bei Gu. nichts), willigt aber endlich doch ein. Auch der
Abschied ist noch breit ausgeführt (17463—17612).