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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Beiträge  zur  Geschichte  der  Gregorianischen  Kalenderreforra.

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die  Auslassung  von  14  Tagen  und  die  Reduction  des  Aequinoctiums
  auf  den  25.  März,  welche  ja  sicherlich  viel  grössere
Umwälzungen  im  Kalenderwesen  gemacht  hätte,  als  die  vorgeschlagene ­
  auf  den  21.  März.  Den  Werth  der  Epacten  kennt
er  an,  ist  aber  bei  seiner  Liebe  zum  Alten  für  die  Beibehaltung
des  Numerus  aureus,  der  zunächst  entsprechend  dem  angewachsenen ­
  Fehler  des  Lunarkalenders  verrückt  werden  sollte;  zur
Vermeidung  des  neuerlichen  Anwachsens  solle  sodann  der  Papst,
so  oft  in  Folge  der  Correctur  des  Sonnenjahres  in  den  centenaren
  Jahren  eine  Verrückung  des  Lunarkalenders  bevorsteht,
prüfen  lassen,  ob  trotz  ihr  für  das  kommende  Jahrhundert  die
Stellung  der  Numeri  aurei  noch  tauge;  wenn  nicht,  müssten  die
Numeri  aurei  vor-  oder  zurückgerückt  werden  und  von-dieser
gefällten  Entscheidung  die  Druckereien  wegen  der  Kalendarien
und  Breviere  zeitig  genug  verständigt,  dann  aber  auch  strenge
überwacht  werden.  Dass  dies  ganz  leicht  und  ohne  Verwirrung
zu  bewerkstelligen  sein  werde,  beweist  dem  Ubaldus  der  Umstand, ­
  dass  die  Correctur  des  Breviers  unter  Pius  V.  ganz
anstandslos  vor  sich  gegangen  war.
Nach  so  vielen  tadelnden  Gutachten  aus  der  Heimat  des
neuen  Kalenders  möge  endlich  eines  völlig  zustimmenden  gedacht ­
  werden,  das  der  Herzog  Emanuel  Philibert  von  Savoyen
mit  Brief  vom  31.  Mai  1578  aus  der  Feder  seines  Mathematikers, ­
  G.  B.  Benedetti,  nach  Rom  senden  konnte. 1  Viel
Freude  wird  damit  freilich  der  Commission  nicht  bereitet
worden  sein,  denn  es  zeigt  sich  in  der  Unterwürfigkeit  des
Mannes  zugleich  auch  seine  Unfähigkeit,  anders  zu  urtheilen.  2
Begeben  wir  uns  von  Italien  weg  zu  den  anderen  Ländern, ­
  so  sind  dieselben  ihm  gegenüber  sehr  mager  vertreten;
1  Cod.  Vatic.  5645.  fol.  8.
2  Es  muss  auffallen,  dass  eine  Anzahl  von  Trac.taten  über  die  Kalenderreform,
  die  zwischen  den  Jahren  1578  und  1582  in  Italien  erschienen,
sich  nicht  in  der  Gutachtensammlung  finden  (ihre  Titel  in  der  Polemik
a.  a.  O.  p.  493).  Sie  sind  vielleicht  unter  den  Druckwerken  der  Vaticana
eingereiht;  aber  da  auch  sonst  gedruckte  Schriften,  wie  die  des  Zarlinus
und  des  Hugolinus  Martellus,  in  der  Sammlung  sind,  so  lässt  sich  annehmen, ­
  dass  sie  der  Commission  gar  nicht  zugekommen  sind.  Selbst
die  1513  erschienene  ,Paulina‘  des  Paulus  von  Middelburg  findet  sich  als
Cod.  Vatic.  7046  in  der  Sammlung,  offenbar  eingeschickt  von  einem  es
sich  sehr  bequem  machenden  bestellten  Begutachter.
            
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