Ueber die Alexandreis Ulriche von Eschenbach.
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Gu. I, 453—467 sind Anspielungen auf die Trojanersage,
die Ulrich 4803—4920 ausführt. Er beruft sich dabei auf
Homer und Ovid. Aber er hält sich streng an das, was Gu.
berührt, und erzählt genau in der Ordnung, wie Gu. das Einzelne
anführt. Wenn Gu. erwähnt structos violato foedere muros,
so weiss Ulrich genau zu erzählen, wie Laumedon die ,weisen
Männer' Phöbus und Neptunus, die ihm die Mauer gebaut
hatten, betrog. Wenn er dann aber fortfährt, die Strafe dafür
war, dass Achill Troja zerstörte und Laumedon erschlug •—
so zeigt das weder Bekanntschaft mit der Sage, noch Kenntniss
des Ovid, und verbietet darum schon von vorhinein, etwa
einzelne Stellen aus dessen Met. und Her. als Quelle vorauszusetzen.
Wohl möchte man auch bei der Ausführung von Gu.
II, 365 f. Heredes superum (Ulr. 6961—7004 entwickelt den
ganzen grossen Stammbaum von Jupiter ab) an Ov. Met.
IV, 212 ff. denken, aber Ulrich weiss doch noch viel mehr
darüber als Ovid.
Die wunderbare Quelle beim Heiligthum des Ammon
heisst Gu. III, 398 fons Jovis (Curt. IV, 7, 22 Solls aquam
vocant), Ulrich sagt aber Clitorius ist er genannt, und dies beruht
wirklich auf Missverständniss von Ov. Met. XV, 322, wo
kurz vorher (310) auch die Quelle beim Ammontempel und
ihre Eigenschaften erwähnt sind.
Zu VIII, 229—237 hat dem Gu. offenbar Ov. Met. XIII
Vorgelegen, 1 der Streit zwischen Ulixes und Aiax oder genauer
die Rede des ersteren. Ulrich erzählt das sehr breit (18453 bis
18528): Ze Rome Ulixes liete verstoln in dem tempel Palladis
der gottine vanen (furtum Palladis), dann wie Diomedes (sic!)
auf den Ausspruch des Orakels hin, dass er vor Troja sterben
werde, sich wahnsinnig stellt, pflügt und Salz säet und wie
Achill in Weiberkleidung bei König Nicomedes (sic!) weilte;
wie aber beide durch List erkannt wurden und doch nach
Troja mussten. Ulrich hat dazu offenbar neben Gu. noch eine
andere Quelle benützt, aber nicht den Ovid, abgesehen von den
V amen Verwechslungen stimmen seine Ausführungen viel mehr
mit Hygin. fab. 95 und 96 überein. Den König Lycomedes
Wörtliche Uebereinstimmung, namentlich Gu. 238, Met. XIII, 303 u. a.
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