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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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T  o  i  s  c  h  e  r.

und  erzählt  demnach  II,  64—68  (Just.  XI,  10):  Alexander
habe  ihn  besiegt.  Den  Ort  gibt  er  nicht  an,  erwähnt  aber
später  eine  Niederlage  des  Darius  am  Granicus  (II,  338,  vgl.
Curt.  III,  1,  9;  dann  noch  einmal  IV,  549).  —  Ulrich  hat  nun
nach  der  ersten  Erwähnung  des  Gu.  einen  excessus,  ,Auszug',
des  Memnon  geschildert,  wobei  er  in  einer  tjost  ganz  schmählich ­
  besiegt  wird,  und  nach  der  zweiten  Erwähnung  erst  einen
Kampf,  wobei  ihm  aber  nicht  Alexander  selbst  gegenübersteht,
sondern  nur  einige  von  dessen  Helden.  Beides  geschieht  am
Granicus  (5615—5790.  5823—5878).
Aehnlich  sind  Gu.  I,  434  und  Ulrich  4587  ff.;  II,  92  und
5960—5990;  III,  275  und  9161—9182;  III,  530  und  10191;
IX,  54  und  19396—19428  u.  a.
Da  bewegt  sich  der  Dichter  überall  in  ziemlich  ausgetretenen ­
  Bahnen,  benutzt  Motive,  wie  sie  in  allen  Ritterromanen
Vorkommen.  Aber  seine  Ausschmückungen  tragen  nicht  immer
diesen  Charakter,  sondern  er  benutzte  dafür  zunächst
Glossen  zum  Gualtherus  als  Quellen.
Wir  haben  schon  S.  319  erwähnt,  dass  Gu.  möglichst
häufig  auf  antike  Sagen  anspielt  und  bei  seinen  Lesern  eine
genaue  Kenntniss  derselben  voraussetzt.  Z.  B.  I,  296  ff.,
bei  der  Belagerung  Thebens,  da  kommen  die  satrapae  der  benachbarten ­
  Städte  und  klagen  über  Theben,  das  vom  Anbeginne
auf  Frevel  bedacht  gewesen  sei  und  triefe  vom  Blute  der
Griechen;  sie  führen  auf:  progenitos  serpente  patres  (Vers  300),
fcistus  Niobes  (302),  Agaven  (303),  flammas  Semel.es,  regem
lumine  cassum  (304),  partos  infando  semine  .  .  .  gemettos  (306);
ausserdem  heisst  die  Stadt  selbst  (340)  structae  modulis  Ampliionis
  arces.  Ulrich  konnte  seinen  Lesern  oder  Hörern
gegenüber  das  Alles  nicht  als  bekannt  voraussetzen  und  er
hatte  nur  die  Wahl:  entweder  er  musste  das  ausführlich  erzählen ­
  oder  ganz  weglassen.  Er  wählte  hier  (und  meistens
so  in  ähnlichen  Fällen)  das  erstere,  und  so  wird  denn  die
Vorgeschichte  Thebens  zu  einer  Episode  von  400  Versen
(2769—3173  [3819—3822]).
Woher  hat  er  aber  die  Kenntniss  dieser  Sagen?
            
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