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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

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Tois  eher.

Atropos,  aber  Vieles  hat  er  eben  selbst  nicht  verstanden.  Vom
Liber  (Bacchus)  weiss  er  z.  B.  nichts  und  hat  dieses  Wort
I,  335  für  das  Adjectivum  genommen  und  3750  mit  frier  sun
übersetzt.  So  weiss  er  auch  nicht,  was  Tisiphone  bedeutet:
diris  immitior  hydris  Tisiplione  Ttorridior  II,  176  ff.  hat  er
6375  ff.  übersetzt  wa%  slangen  sint  und  Tesiplion,  die  gelten  als
du  niht  süren  Ion,  wornach  es  scheint,  dass  er  unter  dem  Wort
eine  Gattung  Schlangen  vermuthet  hat.  Ja  er  weiss  nicht  einmal, ­
  wer  der  Alcides  ist,  den  Gu.  I,  39  erwähnt,  wie  man
aus  den  Versen  1307  ff.  sieht:  diu  äventiure  .  .  .  gelichet  in  Alci.de.
Alcides  bediutet  schcenen  man,
der  tugent  unt  zuht  bedenken  kan.
Da  hat  er  denn  im  Laufe  der  Arbeit  bald  ein  einfaches  Mittel
gefunden,  sich  mit  diesen  unbekannten  Grössen  abzufinden:  er
lässt  sie  einfach  weg.  So  gleich  II,  63  die  capripedi  Fauni
sammt  der  sedula  Bauds;  II,  311  Nympharum  choros  Satyrosque;
  II,  317  Cybele  und  die  Vermählung  der  Flora  mit  Zephirus
  (er  sagt  6941  nur  gote  und  gottinne)  u.  a.  Auch  die
spinnenden  und  den  Lebensfaden  abschneidenden  Schwestern
bat  er  später  (IX,  190  ff.)  einfach  weggelassen.  Dafür  bringt
er  um  so  öfter  Jupiter,  Appollo,  Juno  an,  und  noch  andere
Heidengötter,  die  er  aus  Wolframs  Werken  kennt,  den  Mahmet,
Tervigant  und  Käün,  ganz  abgesehen  von  der  frouwe  Beeide,
frouwe  Ere,  frouwe  Minne  oder,  wie  er  es  in  seiner  Weisheit
übersetzt,  frouwe  Amor  (301).  1
Missverständnisse.
Wir  haben  schon  gesehen,  dass  Ulrichs  Kenntnisse  in
der  Mythologie  nicht  weit  her  sind.  Er  ist  aber  ein  schlechter
Lateiner  überhaupt,  und  da,  wie  S.  10  angeführt  wurde,  Gu.
durch  seine  Nachahmung  der  römischen  Dichter  im  Einzelnen
oft  dunkel  und  schwer  verständlich  wird,  so  passiren  dem
deutschen  Dichter  mannigfache  Missverständnisse.  Er  weiss
sich  keinen  Rath  gegenüber  der  sogenannten  griechischen  Declination,
  die  Gu.  vielfach  anwendet.  Er  nimmt  da  z.  B.
1  So  auch  bei  Eilhart  2464,  vgl.  Lichtenstein,  S.  CLXVII  und  vrou  Cliupido
  bei  Suchenwirt  30,  161,  vgl.  Bartsch,  Albrecht  von  Halberstadt,  LI.
—  (Minne,  ist  da%  ein  er?  ist  daz  ein  sie?)
            
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