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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 97. Band, (Jahrgang 1880)

Ueber  die  Alexandreis  Ulrichs  von  Eschenhach.

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Die  Vermischung  von  Christenthum  und  Heidenthum
tritt  bei  Ulrich  noch  viel  stärker  hervor  als  bei  Gu.  Aristoteles
ermahnt  den  Alexander,  der  heiligen  schrifte  lere  zu  folgen
(1631),  Olimpias  betet  (4348)  zum  Danielis  got  und  (794)  zu
dem,  der  erlöste  die  werden  Susannen  von  den  zwein  ungetriuwen
mannen  und  überhaupt  sind  alle  Heiden,  so  bald  sie  in  Noth
kommen,  bereit,  beim  Christengott  Hilfe  zu  suchen  und  ihren
Göttern  zu  entsagen.  So  sagt  z.  B.  Darius  in  der  Klagerede,  die
er  nach  dem  Tode  seiner  Gattin  hält  (10433—10477),  er  wolle
die  Götter  fortan  nur  ha$$es  wem  und  kündigt  ihnen  seinen
Dienst  auf,  und  ein  bald  darauf  (10531)  folgendes  Gebet  beginnt ­
  er  höher  schepher  aller  dinge,  was  hei  Ulrich  sich  nur
auf  den  wahren  Gott  beziehen  kann  (bei  Gu.  IV,  60  Summe  .  .
Deum  guter),  aber  daneben  ruft  er  auch  an  wa%  gote  sin  die
helfe  hän  und  miner  lande  gote,  und  später  sagt  er,  gefesselt
von  den  Verräthern,  nur:  Jupiter,  dein  Wille  geschehe  (16442
-16446).
Die  Erklärung  der  Mondesfinsterniss  durch  Aristander
beginnt  bei  Gu.  III,  504:  Fata  regunt  stellas  (506  magnus  Ule
sator  rerum),  bei  Ulrich  (10101)  aber:  oh  allen  goten  ist  ein
got.  .  .  Er  will  auch  jeden  Schein  vermeiden,  als  ob  er  den
alten  Göttern  irgend  eine  Macht  oder  Wirksamkeit  neben  Gott
zutraute.  Darum  lässt  er  auch  Bellona  und  ihren  Bruder  Mars
nicht  auftreten  (Gu.  V,  206—260  in  der  Schlacht  bei  Arbela),
während  er  die  ganze  Darstellung  von  dem  Wunderschlosse
der  Victoria  (des  siges  vrouice)  und  wie  diese  ihrem  Lieblinge
Schlaf  sendet  (Gu.  IV,  401  ff.,  Ulrich  12507  ff.)  aufgenommen
und  sogar  noch  weiter  ausgeschmückt  hat,  indem  er  z.  B.  die
Frau  Scelde,  die  bei  Gu.  nicht  erwähnt  ist,  neben  der  Ere,
Gerehtilceit,  Gedult  u.  s.  w.  mit  in  die  Umgebung  der  Victoria
versetzt  (12663  ff.).  So  konnte  ei’  auch  die  Bede  der  Fortuna,
die  diese  in  den  Lüften  hält  (II,  186  ff.),  ungescheut  herüber
nehmen,  denn  die  Fortuna  mit  ihrem  Rade  war  eine  Allen
geläufige  Vorstellung.
Kur  im  Anfänge  seines  Gedichtes  hat  er  es  versucht,
seinen  Lesern  die  verschiedenen  mythologischen  Gestalten,  wie
sie  bei  Gu.  vorkamen,  vorzuführen  und,  wenn  nöthig,  zu  erklären. ­
  So  sind  gleich  (Gu.  I,  330)  die  spinnenden  Schwestern
(3737—3742)  einzeln  mit  Namen  aufgezählt:  Cloto,  Lachesis,
            
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